Übersicht: PressemitteilungenErstellt am: 22.09.2026

Über 8.000 Menschen warten in Deutschland aktuell auf ein Spenderorgan, im gesamten Jahr 2025 wurden insgesamt lediglich 985 Organe postmortal transplantiert. Weniger als ein Prozent der Bevölkerung von über 80 Millionen Einwohnern sind als Spender im Organspender-Register eingetragen, obwohl rund 75-80 Prozent der Bevölkerung der Organspende positiv gegenüberstehen. Fest steht: Die aktuell gültige Zustimmungslösung ist trotzt intensiver Kommunikation augenscheinlich nicht geeignet, dieses Missverhältnis zu beseitigen.  

„Als Ärztliche Direktorinnen und Direktoren erleben wir jeden Tag an unseren Unikliniken, wie Menschen leiden und versterben müssen, weil es kein Spenderorgan gibt. Für die Universitätsmedizin Essen als einziges Transplantationszentrum in NRW, das alle großen Organe transplantiert, gilt dies in besonderem Maße. Wir unterstützen daher die geplante erweiterte Widerspruchslösung und rufen den Bundestag dazu auf, in der Debatte am Donnerstag, 24. September 2026, der Einführung dieser Widerspruchslösung bei der Organspende zuzustimmen“, erklärte die Ärztliche Direktorin der Universitätsmedizin Essen, Prof. Angelika Eggert. 

„Uns ist natürlich bewusst, dass eine Gesetzesänderung allein nicht ausreicht, um die Anzahl der potenziellen Spender und damit der Spenderorgane signifikant zu steigern. Dazu gehören auch freigestellte Transplantationsbeauftragte, eine auskömmliche Refinanzierung der Entnahmekrankenhäuser, ausreichende Intensivkapazitäten, eine dauerhafte Informationsarbeit sowie eine durchgehende Hirntoddiagnostik. Wir wollen aber das aktuelle Momentum der Bundestagsdebatte nutzen, um eine entscheidende Stellschraube zu ändern, nämlich die Verlagerung der Bringschuld vom Sterbenden auf denjenigen, der eine Spende ablehnt. Gleichzeitig bleibt es dabei: Niemand wird zur Spende gezwungen“, so Prof. Eggert weiter.

Das beigefügte gemeinsame Positionspapier unterstreicht und erläutert die Auffassung der Ärztlichen Direktorinnen und Direktoren der Unikliniken in NRW. Prof. Angelika Eggert: „Wir fordern nicht nur, sondern verpflichten uns als Universitätskliniken gleichzeitig zu einem Bündel von eigenen Maßnahmen, darunter vollständige Freistellung der Transplantationsbeauftragten, jährliche Todesfallanalysen, strukturierte Angehörigenbegleitung, interne Trennung von Behandlung und Entnahme sowie öffentliche Berichterstattung unserer Kennzahlen. Jeder kann im Laufe seines Lebens auf ein Spenderorgan angewiesen sein. Es wird Zeit, dafür bessere Voraussetzungen zu schaffen.“

Pressekontakt

Universitätsmedizin Essen
Achim Struchholz
Leiter Konzernkommunikation
Tel.: 0201/723-2885
Mobil: 0171/167 38 77
achim.struchholz@uk-essen.de
www.uk-essen.de

Über die Essener Universitätsmedizin

Die Essener Universitätsmedizin umfasst das Universitätsklinikum Essen sowie 15 Tochterunternehmen, darunter die Ruhrlandklinik, das St. Josef Krankenhaus Werden, die Herzchirurgie Huttrop und das Westdeutsche Protonentherapiezentrum Essen. Die Essener Universitätsmedizin ist mit etwa 1.700 Betten und rund 11.000 Mitarbeitenden das führende Gesundheits-Kompetenzzentrum des Ruhrgebiets. Mit dem Westdeutschen Tumorzentrum, einem der größten Tumorzentren Deutschlands, dem Westdeutschen Zentrum für Organtransplantation, einem international führenden Zentrum für Transplantation, in dem unsere Spezialisten mit Leber, Niere, Bauchspeicheldrüse, Herz und Lunge alle lebenswichtigen Organe verpflanzen, sowie dem Westdeutschen Herz- und Gefäßzentrum, einem überregionalen Zentrum der kardiovaskulären Maximalversorgung, hat die Universitätsmedizin Essen eine weit über die Region reichende Bedeutung für die Versorgung von Patientinnen und Patienten. Wesentliche Grundlage für die klinische Leistungsfähigkeit ist die Forschung an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen mit ihrer Schwerpunktsetzung in Onkologie, Transplantation, Herz-Gefäß-Medizin, Immunologie/Infektiologie und Translationale Neuro- und Verhaltenswissenschaften.

Positionspapier Ärztliche Direktionen

PDF-Dokument, 142 KBLaden