
Drei Herztransplantationen in fünf Tagen – dreimal Beating Heart-Technik
Die Klinik für Thorax- und Kardiovaskuläre Chirurgie am Westdeutschen Herz- und Gefäßzentrum der Universitätsmedizin Essen hat in der vergangenen Woche drei Herztransplantationen durchgeführt, davon zwei in der Nacht von Donnerstag auf Freitag. Das Team von Klinikdirektor Prof. Payam Akhyari setzte dabei jeweils die innovative „Beating Heart“-Technologie ein, die im vergangenen Jahr erstmals in Deutschland ebenfalls an der Universitätsmedizin Essen angewendet wurde. Bei dieser Technik wird das Spenderherz unmittelbar nach der Entnahme wieder zum Schlagen gebracht und im schlagenden Zustand implantiert. Dieses Verfahren bietet im Vergleich zu herkömmlichen Transplantationstechniken den wesentlichen Vorteil, dass die sogenannte Ischämiezeit, also der Zeitraum, in dem ein Organ nicht mit Sauerstoff versorgt wird, auf ein absolutes Minimum reduziert wird. Dadurch kann das Risiko von Komplikationen wie Herzstillstand, Abstoßungsreaktionen oder der Notwendigkeit mechanischer Kreislaufunterstützung nach der Herztransplantation signifikant reduziert werden.
„Ich bin sehr stolz auf die Leistung unseres interdisziplinären Teams sowie die hervorragende und traditionell sehr enge Zusammenarbeit mit der Klinik für Kardiologie und Angiologie unter Leitung von Prof. Tienush Rassaf. Nur gemeinsam kann derartige Spitzenmedizin realisiert werden“, betonte Prof. Payam Akhyari. Alle drei Patienten mussten im Vorfeld der Transplantation mit Herzunterstützungssystemen stabilisiert werden und befanden sich auf der Warteliste jeweils im Status Hochdringlichkeit (high urgency). Alle Patienten haben den Eingriff gut überstanden und sind stabil.
„Die mit modernster Technik durchgeführten Herztransplantationen unterstreichen die herausragende Expertise der Universitätsmedizin Essen als einziges Transplantationszentrum in NRW, das alle großen Organe transplantiert“, sagte Prof. Angelika Eggert, Ärztliche Direktorin und Vorstandsvorsitzende der Universitätsmedizin Essen. Mit den erfolgreichen Herztransplantationen der vergangenen Woche habe die Universitätsmedizin Essen nunmehr bereits neun Herzen transplantiert und damit die für 2026 vorgegebene sogenannte Mindestmenge von zehn Herztransplantationen bereits zur Jahresmitte fast erreicht. „Dies ist ein weiterer überzeugender Beleg für die richtige politische Entscheidung, die Herztransplantation auch künftig an der Universitätsmedizin Essen zu belassen“, so Prof. Eggert weiter.
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