Übersicht: PressemitteilungenErstellt am: 07.07.2026

Nach 1,5 Jahren intensiver Schulung und Prozessarbeit erfüllt das Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe die internationalen Kriterien für Bindung, Entwicklung und Stillen – auch bei kranken und sehr unreif geborenen Kindern.

Die Neonatologie des Universitätsklinikums Essen ist mit dem internationalen Qualitätssiegel „BABYFREUNDLICH“ von Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) ausgezeichnet worden. Damit ist das Universitätsklinikum die erste universitäre Neonatologie mit Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe (Level 1) in Deutschland, die diese anspruchsvolle Zertifizierung erreicht. Das Siegel bestätigt eine konsequent an Bindung, Entwicklung und Stillen ausgerichtete Versorgung von Frühgeborenen und kranken Neugeborenen und ihren Familien.

Die Zertifizierung ist gerade an einem Perinatalzentrum der Maximalversorgung mit besonderem Engagement verbunden. „Bei uns kommen viele sehr kleine Frühgeborene, kranke Neugeborene und Kinder mit angeborenen Fehlbildungen zur Welt – und nicht selten sind auch die Mütter selbst erkrankt“, erläutert das Team der Neonatologie. Eine frühe Eltern-Kind-Bindung und eine Ernährung mit Muttermilch unter diesen Bedingungen zu ermöglichen, erfordert besondere Strukturen, Geräte und vor allem ein eingespieltes interdisziplinäres Team.

Frauenmilchbank: gespendete Muttermilch für jedes Neugeborene. Eine zentrale Voraussetzung ist die klinikeigene Frauenmilchbank. Sie ermöglicht es, allen Neugeborenen gespendete Muttermilch anzubieten, wenn die eigene Milch der Mutter noch nicht oder nicht ausreichend zur Verfügung steht. So erhalten auch die empfindlichsten Frühgeborenen von Beginn an die bestmögliche Ernährung.

Bonding ab der ersten Minute – auch nach Kaiserschnitt. Mit einem Concord Birth Trolley ermöglicht das Zentrum das erste Bonding selbst bei kleinen Frühgeborenen direkt im OP. Mutter und Kind können so unmittelbar nach der Geburt einen engen Haut- und Körperkontakt herstellen – ein wichtiger Schritt für Bindung, Milchfluss, Stabilität und einen guten Start in die gemeinsame Zeit.

Dank unserer Still- und Laktationsberaterinnen wurde über einen Zeitraum von rund eineinhalb Jahren das Team intensiv geschult und sämtliche Abläufe systematisch weiterentwickelt. Die Erfolge sind messbar: Die Mehrheit der Familien gehen mit ihrem voll mit Muttermilch ernährten Kind nach Hause.

Babyfreundlich zu arbeiten bedeutet bei uns in der Klinik, sogar auch unter intensivmedizinischen Bedingungen die Familie in den Mittelpunkt zu stellen. Dass wir das jetzt mit dem Siegel von WHO und UNICEF bestätigt bekommen, ist eine große Anerkennung für die Arbeit des gesamten Teams – und vor allem ein Gewinn für unsere kleinsten Patientinnen und Patienten und deren Eltern.
Prof. Dr. Ursula Felderhoff-Müser, Direktorin der Klinik für Kinderheilkunde I

Hintergrund: Das Siegel BABYFREUNDLICH

Die Initiative „Babyfriendly Hospital“ von WHO und UNICEF zeichnet Einrichtungen aus, die nach den „Zehn Schritten“ konsequent Bindung, Entwicklung und Stillen fördern. Der Anforderungskatalog gilt für Geburts-, Kinder- und Perinatalkliniken sowie Neonatologien. Die Zertifizierung wird regelmäßig durch externe Audits überprüft.

Zertifikat zum internationalen Qualitätssiegel „BABYFREUNDLICH“
Zertifikat zum internationalen Qualitätssiegel „BABYFREUNDLICH“

Pressekontakt

Burkhard Büscher
Universitätsklinikum Essen
Tel.: 0201/723-2115
burkhard.buescher@uk-essen.de
www.uk-essen.de

Über die Essener Universitätsmedizin

Die Essener Universitätsmedizin umfasst das Universitätsklinikum Essen sowie 13 Tochterunternehmen, darunter die Ruhrlandklinik, das St. Josef Krankenhaus Werden, die Herzchirurgie Huttrop und das Westdeutsche Protonentherapiezentrum Essen. Mit rund 1.700 Betten und über 11.000 hochqualifizierten Mitarbeitenden ist die Essener Universitätsmedizin das führende Gesundheitskompetenzzentrum des Ruhrgebiets und weit darüber hinaus.

Exzellenz in Spitzenmedizin und Forschung

Fünf international renommierte Zentren prägen das medizinische und wissenschaftliche Profil der Universitätsmedizin Essen:

  1. Das Westdeutsche Tumorzentrum – eines der größten und leistungsfähigsten Tumorzentren Deutschlands
  2. Das Westdeutsche Zentrum für Organtransplantation – ein international führendes Transplantationszentrum, in dem unsere Spezialisten alle lebenswichtigen Organe transplantieren: Leber, Niere, Bauchspeicheldrüse, Herz, Lunge und Knochenmark
  3. Das Westdeutsche Herz- und Gefäßzentrum – ein überregionales Zentrum der kardiovaskulären Maximalversorgung
  4. Das Zentrum für Translationale Neuro- und Verhaltenswissenschaften mit führenden Aktivitäten in der Schmerztherapie und bei neurodegenerativen Erkrankungen
  5. Das Westdeutsche Zentrum für Infektiologie und Immunologie – ein essentieller Querschnittbereich, der alle Organzentren unterstützt

Diese fünf Exzellenzzentren sowie der übergreifende Fokus auf Künstliche Intelligenz in der ­
Medizin verleihen der Essener Universitätsmedizin eine Strahlkraft, die weit über die Region Ruhrgebiet hinausreicht und Patientinnen und Patienten aus ganz Deutschland und dem europäischen Ausland anzieht. Die herausragende klinische Leistungsfähigkeit gründet auf einer forschungsstarken Basis der Medizinischen Fakultät mit zahlreichen Forschungsverbünden, in denen modernste wissenschaftliche Erkenntnisse unmittelbar in die Patientenversorgung überführt werden.