Übersicht: PressemitteilungenErstellt am: 05.05.2022

Die Gewerkschaft ver.di hat den Arbeitgeberverband des Landes NRW (AdL) zu Verhandlungen über einen „Tarifvertrag Entlastung“ für die sechs Universitätskliniken in Nordrhein-Westfalen aufgefordert. In diesem Zusammenhang sind auch die Tarifbeschäftigten des Universitätsklinikums Essen von Mittwoch, 4. Mai, bis zunächst Samstag, 7. Mai 2022, zu einem Erzwingungsstreik aufgerufen.

Der Streik wird neben weiteren Belastungen für alle Beschäftigten eine signifikante Einschränkung der Patientenversorgung mit sich bringen. So wird das Operationsprogramm während der Streikphase deutlich reduziert, auch eine Beeinträchtigung der Notfallversorgung bei nicht lebensbedrohlich Erkrankten ist wahrscheinlich. An den Streiktagen wird es zudem bei ambulanten Terminen und Behandlungen zu erheblichen Einschränkungen kommen. Mit Blick auf die Corona-Situation und die angespannte personelle Lage an benachbarten Krankenhäusern sind zudem zusätzliche regionale Auswirkungen denkbar. Mit ver.di wurde eine Notdienstvereinbarung abgeschlossen, um während der Streikphase eine Mindestbesetzung zu gewährleisten.

„Die Universitätsmedizin Essen hat seit 2018 rund 140 Vollkraftstellen für die Pflege am Bett und im Funktionsdienst geschaffen. Hinzu kamen weitere 40 Stellen in Bereichen wie dem Krankentransport, feste Regelungen zur Nachtbesetzung auf den Stationen sowie Vereinbarungen zum sogenannten Konsequenzen-Management, das den Umgang mit Personalengpässen regelt“, sagt Prof. Dr. Jochen A. Werner, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender der Universitätsmedizin Essen. „Trotz unseres vergleichsweise hohen Personalschlüssels unterstützen wir die Forderung der Gewerkschaft ver.di nach einer weiteren Entlastung des medizinischen Personals, denn in vielen Bereichen ist die Grenze der Belastbarkeit erreicht“, so Prof. Werner weiter. Allerdings sei der zugrundeliegende Fachkräftemangel eine bundesweite Herausforderung und nicht isoliert durch Streiks an Universitätskliniken eines Bundeslandes zu lösen.

Prof. Werner wies darauf hin, dass die Universitätsklinik Essen zwar bestreikt werde, als Mitglied im Arbeitgeberverband des Landes jedoch keinen eigenen Tarifvertrag mit ver.di abschließen könne. „Wir haben in den vergangenen Wochen und Monaten sehr eindringlich auf diesen Umstand hingewiesen und hoffen sehr, das ver.di und der Arbeitgeberverband des Landes NRW im Interesse der Patientinnen und Patienten sowie unserer Beschäftigten nun zeitnah Verhandlungen aufnehmen.“ 

Pressekontakt

Universitätsmedizin Essen
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Über die Essener Universitätsmedizin

Die Essener Universitätsmedizin umfasst das Universitätsklinikum Essen sowie 15 Tochterunternehmen, darunter die Ruhrlandklinik, das St. Josef Krankenhaus Werden, die Herzchirurgie Huttrop und das Westdeutsche Protonentherapiezentrum Essen. Die Essener Universitätsmedizin ist mit etwa 1.700 Betten das führende Gesundheits-Kompetenzzentrum des Ruhrgebiets und seit 2015 auf dem Weg zum Smart Hospital. 2021 behandelten unsere rund 10.500 Beschäftigten etwa 64.000 stationäre und 300.000 ambulante Patientinnen und Patienten. Mit dem Westdeutschen Tumorzentrum, einem der größten Tumorzentren Deutschlands, dem West-deutschen Zentrum für Organtransplantation, einem international führenden Zentrum für Transplantation, in dem unsere Spezialisten mit Leber, Niere, Bauchspeicheldrüse, Herz und Lunge alle lebenswichtigen Organe verpflanzen, sowie dem Westdeutschen Herz- und Gefäßzentrum, einem überregionalen Zentrum der kardiovaskulären Maximalversorgung, hat die Universitätsmedizin Essen eine weit über die Region reichende Bedeutung für die Versorgung von Patientinnen und Patienten. Wesentliche Grundlage für die klinische Leistungsfähigkeit ist die Forschung an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen mit ihrer Schwerpunktsetzung in Onkologie, Transplantation, Herz-Gefäß-Medizin, Immunologie/Infektiologie und Translationale Neuro- und Verhaltenswissenschaften.