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14.04.2014
Schilddrüsenforscher tagten auf Einladung der Deutschen Forschungsgemeinschaft in Essen

Essen, 14.04.2014 – Vergangenes Wochenende fand am Universitätsklinikum Essen (UK Essen) der zweite Jahreskongress von „THYROID TRANS ACT“ (SPP1629) statt. Das Schwerpunktprogramm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) befasst sich mit der Wirkung von Schilddrüsenhormonen im menschlichen Körper und ist das erste deutsche Konsortium zur Schilddrüsenforschung überhaupt. Zwar ist die Schilddrüse eine vergleichsweise kleine Drüse am Hals des Menschen – die produzierten Hormone sind aber von großer Bedeutung für zahlreiche Prozesse im menschlichen Organismus.

 

Rund 50 Expertinnen und Experten aus ganz Deutschland, darunter Vertreter der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Grundlagenwissenschaftler, klinische Forscher und Nachwuchswissenschaftler, diskutierten in Essen gemeinsam über aktuelle Erkenntnisse der Wirkung von Schilddrüsenhormonen. Im Zentrum stand dabei die Frage, wie eine gesunde Funktion der Schilddrüse definiert werden kann. Hiervon ausgehend möchten die Wissenschaftler ein umfassendes Verständnis über die Physiologie und molekulare Grundlagen der Schilddrüsenhormon-Synthese und -Wirkung gewinnen. Darüber hinaus verfolgen die Teilnehmer das Ziel, eine bessere Vernetzung von Grundlagenbefunden mit der für die Patienten wichtigen Labordiagnostik sowie Innovationen in der Hormonsubstitution und Therapie zu erreichen.

 

Die in der Schilddrüse produzierten Botenstoffe können ursächlich für ganz unterschiedliche Krankheitsbilder sein, angefangen bei der gestörten Organentwicklung, über Alterungsprozesse, Neurodegeneration, Störungen der Energiehomöostase, vaskuläre Ereignisse und Tumorerkrankungen bis hin zu immunologischen Krankheitsbildern. „Zentrales Anliegen des Programms ist es deshalb zu verstehen, was eine gesunde von einer krankhaften Schilddrüsenfunktion im Organismus unterscheidet. Schilddrüsenerkrankungen zählen zu den Volkskrankheiten. Etwa jeder dritte Erwachsene in Deutschland ist davon betroffen“, erläutert Prof. Dr. Dr. med. Dagmar Führer, Direktorin der Klinik für Endokrinologie und Stoffwechselerkrankungen am UK Essen, die das Schwerpunktprogramm gemeinsam mit Prof. Dr. Klaudia Brix von der Jacobs University Bremen und PD Dr. Heike Biebermann vom Institut für Experimentelle Pädiatrische Endokrinologie an der Berliner Charité im Jahr 2012 initiiert hat. „Die Weitsicht der Deutschen Forschungsgemeinschaft, die Erforschung von Schilddrüsenhormonen in den Fokus eines Schwerpunktprogramms zu stellen und zu fördern, wird sich in einigen Jahren für viele Patienten in Deutschland auszahlen“, betonen die Wissenschaftlerinnen Führer, Brix und Biebermann, die das Programm gemeinsam koordinieren.

 

Das UK Essen unterhält ein europaweit anerkanntes Zentrum für Schilddrüsenforschung: In den für die Schilddrüse besonders wichtigen Fächern Endokrinologie, Nuklearmedizin und Pathologie spielt dieses Organ sowohl in der Forschung als auch in der Patientenversorgung eine so große Rolle, dass jeder der entsprechenden Lehrstühle mit Schilddrüsenspezialisten besetzt wurde. Übergreifendes Ziel des DFG-Schwerpunktprogrammes ist es, neue Konzepte zur Prävention und Therapie dieser Schilddrüsenhormon-abhängigen Erkrankungen zu entwickeln.

 

Folgende Institutionen sind Teil des SPP1629: Universitätsklinikum Essen, Jacobs University Bremen, Charité Universitätsmedizin Berlin, Universität Duisburg-Essen, Leibniz Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP), Berlin, Universitätsmedizin Greifswald, Leibniz Institute for Age Research / Fritz Lipmann Institute, Jena, Universität Leipzig, Universität zu Lübeck, Klinikum der Universität München – Großhadern, Innenstadt, Universität Bonn.

 

Weitere Informationen: www.thyroidtransact.de

 

Pressekontakt:

Burkhard Büscher

Pressesprecher

Stabsstelle Marketing und Kommunikation

Tel.: 0201/723-2115

 

Nähere Informationen:

Univ.-Prof. Dr. Dr. med. Dagmar Führer

Direktorin der Klinik für Endokrinologie und Stoffwechselerkrankungen am Universitätsklinikum Essen

Telefon +49 201 / 723-6401

 

und

 

Christine Harrell

Leiterin Kommunikation & Öffentlichkeitsarbeit

Dekanat der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen

Telefon 0201/723 – 16 15