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Nierentumoroperationen: Nephrektomie/Nierenteilresektion


 

Für die Behandlung von Nierentumoren stehen an der Universitätsklinik Essen alle gängigen Operationsverfahren (Schnittoperation, konventionelle Schlüsselloch-Chirurgie und die da Vinci-Operation) sowie die leitliniengerechten medikamentösen Therapieoptionen zur Verfügung.

 

Unser Hauptziel ist es, den Nierentumor komplett zu entfernen – häufig gelingt das unter Schonung der restlichen Niere, manchmal ist aber auch die Entfernung der ganzen Niere nötig.

Gerne können Sie sich mit Ihren Unterlagen (insb. Schnittbildgebung mittels CT oder MRT) in unserer Sprechstunde vorstellen, damit wir mit Ihnen die einzelnen Optionen durchgehen und eine auf Sie individuell abgestimmte Therapie planen können. Anschließend werden komplexe Fälle in einem Expertengremium (Tumorkonferenz) diskutiert.

 

Auch Patienten mit großen Nierentumoren werden in unserer Klinik mit der da Vinci Technik operiert, wenn sie hierfür in Frage kommen. Sollten wir im gemeinsamen Gespräch festgelegt haben, dass Sie für die roboterassistierte Nierenentfernung bzw. Nierenteilentfernung geeignet sind, werden Sie einen Termin zur Operation bekommen. Eine Zuzahlung ist nicht notwendig.

 

Vor der Operation

 

Am Tag vor der Operation erfolgt die stationäre Aufnahme. Hier werden im Rahmen des Aufklärungsgespräches nochmals alle Details besprochen, zudem wird das Narkoseverfahren mit dem Anästhesisten erläutert, ein EKG durchgeführt und Blut abgenommen. Anschließend werden Sie in Ihrem Zimmer untergebracht und erhalten noch ein normales Abendessen.

 

Die Operation

 

Am Operationstag werden Sie in den Operationssaal gebracht. Der Eingriff findet unter Vollnarkose statt.

Nachdem ein Blasenkatheter gelegt wurde, werden wir Sie auf die Seite drehen. Für eine bessere Sicht wird Gas in den Bauch eingebracht. Anschließend werden über fünf bis sechs kleine Schnitte die Einführhülsen durch die Bauchdecke geführt und der Roboter mit seinen Instrumenten angeschlossen.  Nun wird zunächst die Niere freigelegt, so dass man einen guten Überblick über die Nierengefäße, den Harnleiter und die Nachbarorgane hat. Anschließend wird der Nierentumor aufgesucht und entfernt, hierbei stehen uns zusätzliche Untersuchungsmethoden wie ein spezielles Ultraschallgerät und ein Fluoreszenzfarbstoff zur Verfügung.

Das Präparat (Niere oder Nierentumor) wird zum Ende der Operation über einen der kleinen Schnitte aus dem Körper geborgen. Nach Entfernung der Instrumente wird die Haut mit Nahtmaterial vernäht, das sich selbst auflöst. Ein spezieller Hautkleber ermöglicht das Duschen bereits am ersten Tag nach der Operation.

Nach dem Eingriff werden Sie in den ersten Stunden entweder im Aufwachraum oder auf unserer Intensivstation überwacht.

 

Nach der Operation

 

Am Tag nach der Operation dürfen Sie bereits aufstehen, sich auf Station bewegen und normal essen. Der Blasenkatheter kann meist am zweiten Tag gezogen werden.

Für die Beratung, ob Sie nach der Operation eine Anschlussheilbehandlung in Anspruch nehmen können, steht Ihnen der Sozialdienst zur Verfügung. Auch ein Team von Psychoonkologen ist gerne für Probleme ansprechbar.

In den ersten Wochen nach der Operation sollten Sie sich körperlich noch schonen. Falls Sie irgendwelche Unregelmäßigkeiten feststellen, können Sie sich gerne an uns wenden.

 

Vorteile der da Vinci Technik

 

Gute Darstellbarkeit des Tumors

Durch moderne zusätzliche Untersuchungsmöglichkeiten wie den intraoperativen Ultraschall und die Fluoreszenzfarbstoffstechnik ist das Auffinden tiefer liegender Tumore deutlich vereinfacht und erleichtert die Entscheidung, ob die Niere erhalten werden kann

 

 

Der Nierentumor nimmt im Gegensatz zur normalen Niere wenig Fluoreszenzfarbstoff auf. Quelle: Intuitive Surgical

 

Auffinden tumorversorgender Blutgefäße

Unter anderem durch die bis zu 12fache Vergrößerung kann man auch kleine Blutgefäße gut darstellen und durch die Fluoreszenzfarbstofftechnik Arterien erkennen, die den Tumor versorgen. Diese können dann selektiv abgeklemmt werden, was für die Funktion der restlichen Niere von Vorteil sein kann.

 

Weniger Schmerzen

Durch die kleinen Schnitte ist die Operation schmerzarm, allerdings können Sie in den ersten Tagen Bauchmuskelkater haben.

 

Kurzer Krankenhausaufenthalt

Sie dürfen die Klinik verlassen, wenn Sie sich fit genug fühlen. In der Regel ist das drei bis vier Tage nach der Operation der Fall.

 

Schnelle Rückkehr in den Alltag

Durch die kleinen Schnitte und nur geringen Schmerzen sind die Patienten schnell wieder fit für ihren Alltag. Machen Sie sich dennoch bewusst, dass Sie eine große Operation hatten und schonen Sie sich noch in den ersten sechs Wochen nach dem Eingriff. Dies gilt insbesondere für Fahrradfahren, Kraftsport und körperliche Arbeiten mit Tragen von mehr als fünf bis zehn Kilogramm.