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Haben das neue Verfahren erfolgreich eingesetzt: Dr. Daniel Wendt, Dr. Thomas Konorza, PD Dr. Matthias Thielmann, Dr. Philipp Kahlert (v.l.)

Auf kürzestem Weg ins Herz

Zum ersten Mal haben in Deutschland Mediziner eine künstliche Herzklappe direkt durch die Hauptschlagader ins Herz eingesetzt. Die Herzspezialisten des Westdeutschen Herzzentrums Essen haben die neue und revolutionäre Technik erfolgreich bei Hochrisiko-Patienten angewandt.

Deutschlandweit erste künstliche Herzklappe direkt durch die Hauptschlagader eingesetzt

Patienten mit einer Erkrankung an einer Herzklappe benötigen oft einen Klappenersatz. Insbesondere für ältere Menschen birgt ein offener, chirurgischer Eingriff aber auch viele Risiken. Diesen Patienten konnte bislang nur mit einer Klappe über die Beinarterie oder über die Herzspitze geholfen werden. Den Ärzten am Herzzentrum steht nun neben diesen beiden bisherigen Optionen ein völlig neuer schonender Zugangsweg zur Verfügung.

Das jetzt erfolgreich eingesetzte Verfahren wählt als Weg zum Herzen einen direkten und sehr kurzen Zugang über die große Hauptschlagader, die Aorta. Der minimal-invasive Eingriff wurde in Essen gemeinsam von Herzchirurgen und Kardiologen durchgeführt. Die Operationsmethode hinterlässt bei den Patienten nur eine extrem kleine Narbe von zwei bis drei Zentimetern. Für die Herzchirurgen gehört dieser Zugangsweg über die Hauptschlagader zum Standardrepertoire, was die Sicherheit für die Patienten deutlich erhöht. „Die Aorta benutzen wir schließlich bei konventionellen Eingriffen täglich zum Anschluss der Herz-Lungen-Maschine“, so PD Dr. Matthias Thielmann, leitender Oberarzt am Westdeutschen Herzzentrum in Essen. Gemeinsam mit Dr. Philipp Kahlert, Oberarzt der Klinik für Kardiologie, hat er die Operationen vorgenommen.

Haben das neue Verfahren erfolgreich eingesetzt: Dr. Daniel Wendt, Dr. Thomas Konorza, PD Dr. Matthias Thielmann, Dr. Philipp Kahlert (v.l.)
Haben das neue Verfahren erfolgreich eingesetzt: Dr. Daniel Wendt, Dr. Thomas Konorza, PD Dr. Matthias Thielmann, Dr. Philipp Kahlert (v.l.)

„Wir gehören zwar nicht zu den größten Herzzentren in Deutschland, aber dafür zu denen mit viel Erfahrung und sehr guten Ergebnissen.“
Prof. Dr. Heinz Jakob

„Je älter die Patienten sind, desto häufiger verhindern Kalkablagerungen in den Beingefäßen den Zugang über die Leiste“, erläutert Dr. Kahlert. Oft bleibe daher nur noch der chirurgische Zugang über die Herzspitze. Die neue Alternative betrachten die Herzexperten zunächst einmal als Chance: „Jetzt gilt es zu untersuchen, ob das neue Verfahren über die Aorta für diese Patienten vorteilhafter ist“, betont Thielmann.

Zur Unterstützung der Essener Herzchirurgen ist extra ein Spezialist aus London eingeflogen worden. Dr. Bapat vom Londoner King’s College hat diesen Zugangsweg entwickelt und schon dutzende Male erfolgreich bei seinen Patienten angewandt. Auch die Patienten am Essener Herzzentrum haben von dieser Expertise profitiert und konnten die Klinik schon nach wenigen Tagen mit ihrer neuen Herzklappe wieder verlassen.

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