Brustschmerzzentrum EssenUnter dem Begriff der „Chest Pain Unit“ (CPU) wird eine Spezialeinheit innerhalb des Westdeutschen Herz- und Gefäßzentrums für Notfall-Patienten mit Brustschmerzen und anderen kardiologischen Symptomen wie Luftnot oder Schwindel zusammengefasst. Dabei handelt sich um eine Notaufnahmeeinheit, die aus folgenden Modulen besteht:

  • einer zentralen Aufnahmeeinheit
  • einem Schockraum
  • einer getrennten Notarztwageneinfahrt
  • mehreren Untersuchungskabinen
  • fünf Überwachungsplätzen in unmittelbarer Nähe zum Schockraum
  • einer weiteren Überwachungseinheit mit sechs Überwachungsplätzen

OA Dr. med. Matthias Totzeck
OA Dr. med. Matthias Totzeck
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. German Cardiac Society
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. German Cardiac Society

Diese Notaufnahmeeinheit ist speziell für die Abklärung bei kardiologischen Notfallpatienten mit Verdacht auf Herzinfarkt sowie anderer kardiovaskulärer Notfälle eingerichtet. Besonders hervorzuheben ist die Nähe unserer CPU zu unseren vier Herzkatheterlaboren.
Die CPU zeichnet sich durch eine Bündelung von spezialisierten Ärzten, Pflegekräften und Infrastruktur gemeinsam mit modernster Herzkathetertechnologie aus. Unter der Leitung von OA Dr. M. Totzek arbeiten die Ärzte der CPU im 24h-Schichtbetrieb, so dass an jedem Tag in Jahr kontinuierlich ein speziell ausgebildeter Kardiologe für die Versorgung der Notfallpatienten zur Verfügung steht.

Ziel der CPU ist es, zuweisenden Ärzten und Krankenhäusern permanent einen kompetenten Ansprechpartner anzubieten, der sie bei Notfällen berät und ihre Patienten aufnimmt und versorgt. Damit wird eine rasche, qualitativ hochwertige Diagnostik und Therapie angeboten.
Hintergrund ist, dass viele Studien gezeigt haben, dass die Therapie des akuten Koronarsyndroms sowie weiterer kardiovaskulärer Erkrankungen durch diese Spezialeinheit wesentlich verbessert wird, sowohl qualitativ als auch zeitlich. Dabei ist es wichtig, den Brustschmerz richtig einzuschätzen und alle möglichen Differentialdiagnosen in Erwägung zu ziehen bzw. auszuschließen, d.h. zu unterscheiden zwischen akutem Koronarsyndrom (ACS), Lungenembolie, Aortendissektion oder Erkrankungen der Lunge.
Dies ist besonders bei der Behandlung des akuten Herzinfarktes essentiell, da es hier auf Minuten bei der Rettung von Herzmuskelgewebe ankommt („time is muscle“). Bei der CPU handelt es sich um eine Einheit mit Torwächterfunktion, die in die internistische Notaufnahme eingebettet ist. In enger Kooperation mit dem Rettungsdienst sowie den niedergelassenen Ärzten aus Essen und Umgebung und in enger Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Innere Medizin der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie (Prof. Dr. H. Jakob) leitet das Team der CPU ganzjährig 24 Stunden täglich Patienten mit dem Leitsymptom „akuter Brustschmerz“ so schnell wie möglich der richtigen Behandlung zu.

Jeder Notfallpatient, der sich mit Brustschmerzen, Luftnot, Schwindel oder anderen kardiologischen Symptomen vorstellt, erhält folgende Untersuchungen:

  • eine detaillierte Aufnahmeuntersuchung inkl. Anamnese und körperlicher Untersuchung
  • innerhalb von 10 min ein detailliertes 12-Kanal-EKG inkl. ärztlicher Begutachtung
  • eine notfallmäßige Laborabnahme mit Bestimmung der Herz- und anderer Notfallparameter innerhalb von 30min – 1h
  • eine transthorakale Echokardiographie

Zur apparativen Ausstattung gehört:

  • eine direkte Anfahrt des Rettungs- oder Notarztwagens
  • eine zentrale Aufnahmeeinheit mit telemetrischer Überwachung der Notfallpatienten
  • ein Schockraum zur Akutbehandlung von schwerkranken Notfallpatienten inkl. der Option einer intensivmedizinischen Versorgung sowie einer unmittelbaren bettseitigen Ultraschalldiagnostik des Herzens
  • zwei Überwachungseinheiten mit mehreren Überwachungsplätzen mit Video- und Monitorüberwachung zur kontinuierlichen Überwachung der Vitalparameter und insbesondere des EKGs als wichtigem Indikator eines akuten Herzinfarktes
  • 24-Stunden-Laboruntersuchungen bis zu einem ständig bereiten Herzkatheterlabor, das außerhalb der regulären kardiologischen Behandlung ausnahmslos für die Notfallpatienten zur Verfügung steht.

Nach 3h erfolgt eine erneute Durchführung eines 12-Kanal-EKGs und der Herzparameter, bei zwischenzeitlich erneut auftretenden Beschwerden sofort.

Für die häufigsten kardiologischen Notfallszenarien gibt es in der CPU Standardverfahren (SOPs), wie diese diagnostiziert und behandelt werden:

  • Akuter Thoraxschmerz
  • ST-Hebungsinfarkt
  • Nicht-ST-Hebungsinfarkt
  • Instabile / stabile Angina pectoris
  • Kardiogener Schock
  • Dekompensierte Herzinsuffizienz
  • Lungenembolie

  • Akutes Aortensyndrom
  • Kardio-pulmonale Reanimation
  • Synkope
  • ICD-Entladung /Schrittmacherfehlfunktion
  • Vorhofflimmern / Bradykardie
  • Endokarditis
  • Tiefe Venenthrombose

Rufen Sie uns unter der Nummer +49 (201) 723 4865 an, oder schreiben Sie uns eine E-Mail

24h-Hotline:
0201-723-4820 / 4830
24h-CPU-Arzt-Hotline:
0201-723-83898
24h-OA-Hotline:
0201-723-83897

Wie andere kritisch Kranke werden die Patienten nach Diagnosestellung auf unterschiedliche Pfade geschickt (siehe Abbildung rechts):

  • Auf die interdisziplinär geführte internistische Intensivstation, ins Herzkatheterlabor oder die internistische Wachstation verlegt. Bei geringem Risiko erfolgt eine Weiterbehandlung auf der kardiologischen Normalstation, in der Tagesklinik oder nach sorgfältiger Diagnostik die weitere ambulante Therapie in enger Kooperation mit den niedergelassenen Kollegen.
  • Jeder Patient der CPU erhält einen ausführlichen Befundbericht, der dem Patienten auf dem weiteren Pfad begleitet (in der Klinik oder an den Zuweiser)
  • Die Behandlung richtet sich nach den Leitlinienempfehlungen der nationalen und internationalen Fachgesellschaften und berücksichtigt die Schwere der Erkrankung und das Risiko für den Patienten.