Sektion Gefäßchirurgie


Die neu eingerichtete Sektion Gefäßchirurgie in der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie (Ltd. Dr. med. Martin  Lainka) hat sich seit dem 01.03.2012 etabliert. Das Team der Gefäßchirurgie versorgt alle Erkrankungen des arteriellen und venösen Gefäßsystems einschließlich der Gefäßmissbildungen.

 

Schwerpunkte:

 

Aorta:

Gemeinsam mit der Klinik für Angiologie werden Erkrankungen der Aorta (Aneurysma (Ausweitung der Aorta)), arterieller Verschluss der Aorta (Leriche-Syndrom), Fehlbildungen bei Bindegewebserkrankungen (z.B. Marfan-Syndrom) versorgt.

Besonderheiten:

  • Ein endovaskulärer Aneurysma repair (EVAR, Stentimplantation) in lokaler Betäubung (Lokalanästhesie) unter Überwachung durch einen Facharzt der Klinik für Anästhesie wird als besonders schonendes Verfahren bei geeigneten Patienten angeboten (über 80%). Hierbei wird ohne einen Bauchschnitt das Aneurysma über zwei Schnitte in beiden Leisten durch die Leistengefäße mit entsprechenden Endoprothesen (Aortenstents) versorgt.
  • Die Planung der Implantation wird am Computerarbeitsplatz vorab so durchgeführt, dass stets passgenaue Prothesen zum Einsatz kommen. Intraoperativ wird die Lage der Prothesen durch Angiographie (Gefäßdarstellung) sofort kontrolliert und ausgeschlossen, dass es zu einer Leckage (Endoleak) kommt.
  • Das Team von Angiologie und Gefäßchirurgie garantiert eine stadiengerechte und gefäßmedizinisch adäquate Versorgung. Durch modernste Schnittbildverfahren (Mehrphasen-CT-Angiographie) wird die Stentlage nach der Operation routinemäßig vor der Entlassung überprüft. Dies dient der Sicherheit der Patienten.

 

Erkrankungen der Halsschlagader:

Epidemiologie:

Zunahme der Inzidenz von Schlaganfällen mit ca. 230.000 Schlaganfällen pro Jahr in Deutschland. Bei 25% der Fälle ist eine Engstelle der Halsschlagader verantwortlich.

Erkrankungen des älteren Menschen am häufigsten bei Gefäßsklerose (Arteriosklerose).

Symptome:

Rezidivierende kurzzeitige Blindheit, gegenseitige Lähmung oder Taubheit des Arms oder des Beins.

Besonderheiten:

  • Versorgung der Patienten gemeinsam mit der Klinik für Neurologie und der Klinik für Angiologie. Interdisziplinäre Gefäßsprechstunde mit neurologischer, angiologischer und gefäßchirurgischer Einbindung.
  • Jeder Patient wird präoperativ und postoperativ neurologisch fachärztlich untersucht und die Indikation wird interdisziplinär besprochen.
  • Befundbestätigung bei Auswärtszuweisungen im neurosonologischen Labor (Leitung Dr. med. Kastrup, Ltd. Oberarzt der Neurologischen Klinik) und postoperative Routinekontrolle am 3.-4. postoperativen Tag mit neurologisch fachärztlicher Untersuchung.
  • Interdisziplinäres neurovaskuläres Kolloquium (14-tägig) gemeinsam mit der Neurologie, Neuroradiologie, Angiologie und Gefäßchirurgie.
  • Operation unter Thrombozytenaggregationshemmung (ASS darf nicht abgesetzt werden).
  • Notfalloperation bei Halsschlagaderthromben oder Aussackungen der Halsschlagader (operativ oder interventionell).
  • Alle Verfahren der Carotischirurgie (Patchplastik, Eversionsendarteriektomie).
  • Intraoperative Shunteinlage zur Senkung des Schlaganfallrisikos.
  • OP in Lokalanästhesie.

 

Dialyseshuntchirurgie:

  • Anlage und Korrektur von Dialysezugängen (Shunts).
  • Anlage von arterio-venösen Fisteln und komplexe Rekonstruktionsoperationen bei mehrfach voroperierten Patienten.
  • Operationen bei Durchblutungsstörungen der Hand nach Shuntanlage.
  • Anlage von Shunts am Oberschenkel

Besonderheiten:

Alle Eingriffe werden in Lokalanästhesie mit Betreuung durch einen Narkosearzt (Überwachung, Verabreichung von beruhigenden Medikamenten und Schmerzmitteln) durchgeführt. Dadurch wird die Belastung insbesondere bei schwerkranken und multimorbiden Patienten reduziert.

 

Intraoperative Ultraschallflussmessung:

Die intraoperative Flussmessung mit dem Ultraschallkopf (Transonic) kann bereits eine Aussage zur späteren Verwendbarkeit und Durchgängigkeit machen. Durch diese Maßnahme wird die Rate an postoperativen Shuntverschlüssen auf unter 6% reduziert.

 

Flussgesteuerte Behandlung bei Durchblutungsstörungen:

Hier kann die notwendige Shuntdurchblutung entsprechend der Flussmessung gedrosselt werden.

 

Shuntanlage und Shuntrevisonen bei Kindern

 

Venöse Chirurgie: 

Es werden alle Verfahren der modernen Krampfaderchirurgie incl. der Radiofrequenzablation (minimal invasive Entfernung von Krampfadern über Katheter) angeboten. Angeboten wird das gesamte Spektrum der Verödungstherapie in Kombination mit dem Varizenstripping z.B. bei Besenreiservarizen. Die Sektion steht auch für Notfalleingriffe am venösen System zur Verfügung (bei aufsteigenden Thrombosen der oberflächlichen Venen und bei Verschlüssen von tiefen  Beinvenen