Zentrum für seltene syndromale und nicht syndromale Hörstörungen (SHS Zentrum) unter dem Dach des Essener Zentrums für Seltene Erkrankungen (EZSE)

Spezial-Sprechstunde für seltene Ursachen von Schwerhörigkeit in der Klinik für Hals-Hasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie

Fast 20 % der Bevölkerung in Deutschland sind hörbeeinträchtigt– mit steigender Tendenz. Dies kann in Abhängigkeit von der Ursache der Hörstörung bereits angeboren sein oder sich im Laufe des Lebens, wie zum Beispiel bei einer Lärm- oder Altersschwerhörigkeit, entwickeln. Je früher und genauer ein Hörverlust erkannt und versorgt wird, desto besser das Therapieergebnis für den Patienten; denn ein gutes Hörvermögen bedeutet immer auch mehr Lebensqualität.

Gerade bei seltenen Hörstörungen ist eine umfassende Diagnostik erforderlich, um mit genau auf die Ursache der Hörstörung abgestimmten Therapiekonzepten einen guten Hörerfolg zu erreichen und ggfs. zusätzliche organische Defizite (z.B. Sehstörungen, Fehlbildungen anderer Organsysteme) auszuschließen oder aufzudecken.

Hierzu wurde im Zentrum für seltene Erkrankungen am Universitätsklinikum Essen (EZSE) eine altersübergreifende (vom Säugling bis zum Senior) Spezialsprechstunde für seltene Hörstörungen unter der Leitung von Frau Prof. Dr. D. Arweiler-Harbeck, ärztliche Leiterin des Cochlea Implant Centrums Ruhr am Universitätsklinikum Essen, etabliert.

Gemeinsam mit einem interdisziplinären Team bestehend aus Pädaudiologie, Pädiatrie, Endokrinologie, Radiologie, Neurologie und Augenklinik sowie Humangenetikern werden die Hörstörungen analysiert und entsprechende Therapievorschläge erarbeitet.

In Abhängigkeit von Alter und Ursache der Hörstörungen reichen die Therapieempfehlungen von der Versorgung mit Hörsystemen bis zum operativen Eingriff.

An erster Stelle stehen hier für uns die Diagnose und eine gute und fundierte Beratung, die am Ende über den Therapieerfolg entscheidet.

Die klinische Versorgung der Kinder,  Jugendlichen und Erwachsenen mit seltenen syndromalen und nicht syndromalen Hörstörungen findet überwiegend in der Ambulanz der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde sowie der Abteilung für Phoniatrie und Pädaudiologie  statt. Die Patienten werden dort durch die spezialisierten Fachärzte und nicht-ärztlichen Teammitglieder (Logopäden, Audiologen) betreut. Ein wesentlicher Aspekt für die Versorgung der Menschen mit SHS, nachdem die Ursache ermittelt und eine Diagnose gestellt werden kann, ist die Behandlung der Schwerhörigkeit/Taubheit. Hierzu gehören:

  • die Versorgung mit Hörgeräten, Implantierbaren Hörsystemen (knochenverankerte Hörgeräte, aktive und passive Mittelohrimplantate, Cochlea Implantate)
  • die Therapie der daraus häufig resultierenden Sprachstörungen sowie
  • die Behandlung von Komorbiditäten der Patienten mit syndromalen Hörstörungen.

Bei Kindern und Jugendlichen erfolgt im Hinblick auf die erforderliche spezielle pädagogische Betreuung und Versorgung zusätzlich die Abstimmung mit den entsprechenden Fördereinrichtungen.

Die Terminvereinbarung (Sprechstunde jeweils mittwochs und freitags) erfolgt über die Ambulanz der Klinik- für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie (0201 723 2386) bzw. über das Sekretariat des Cochlear Implant Centrums Ruhr (0201 723 2993).

Anfragen per email können gerichtet werden an EZSE@uk-essen.de oder cic-ruhr@uk-essen.de.