Westdeutsches Angiomzentrum

Mit der offiziellen Eröffnung des Westdeutschen Zentrums für Angiome haben wir im Januar 2016 unser Behandlungsspektrum um ein seltenes Krankheitsbild erweitert. Zwar gehören Angiome zu den seltenen Erkrankungen im Kindesalter, jedoch ist der Leidensdruck der Patienten und Eltern häufig sehr hoch. Vor allem im Hals-Kopf-Bereich führen Angiome mitunter zu erheblichen kosmetischen Entstellungen. Vor der Diagnosestellung besteht aufgrund der Seltenheit der Erkrankung oft lange Ungewissheit. Von Bedeutung ist insbesondere die genaue Diagnose, da die unterschiedlichen Arten von Angiomen sich hinsichtlich Therapie und Outcome wesentlich unterscheiden. Angiome werden unter anderem in Hämangiome, Lymphangiome, Arterio-Venöse-Malformationen (AVMs) und  Mischformen aufgeteilt. Mögliche Therapien umfassen unter anderem eine medikamentöse  Behandlung mit einem Beta-Blocker (Propranolol) für Hämangiome, eine Embolisation für AVM’s mit möglicher anschließender Resektion und eine Sklerosierung mit ggf. anschließender Resektion für Lymphangiome.

Den Therapieplan mit Propranolol erarbeiten wir in Kooperation mit der Kinderklinik. In den meisten Fällen ist die Blutdruckeinstellung ambulant möglich. Die Sklerosierungstherapie (z.b mit Firbovein® oder Picibanil) von Lymphangiomen kann einen erheblichen Entzündungsreiz setzen, was in manchen Fällen eine intensivmedizinische Überwachung bei Kindern notwendig macht. Bei besonders ausgeprägten Formen von (Lymph-)angiomen kann unter Umständen auch der Einsatz von Immunsuppressiva (Sirolimus®) von Erfolg sein. Auch hier sind die Pädiater in die Erstellung des Behandlungskonzepts involviert.

Die enge Zusammenarbeit mit der Klinik für Radiologie ermöglicht es uns, auch komplexe Formen von AVMs mittels Embolisation und Operation erfolgreich zu behandeln.

In regelmäßigen Abständen finden zudem interdisziplinäre Angiom-Konferenzen statt, in denen die einzelnen Fälle eingehend besprochen werden. Durch die Berufung von Prof. Jochen A. Werner zum ärztlichen Direktors des Universitätsklinikums Essen profitieren wir von seiner langjährigen Expertise als Leiter des Angiomzentrums der Uniklinik von Marburg.

Sollten Sie bei einem Ihrer Patienten den Verdacht auf ein Angiom haben, sind wir für Diagnostik und weitere Therapie gerne Ihr kompetenter Ansprechpartner.

Therapiebeispiel

20 Jährige Patientin mit submandibulärem Lyphangiom prätherapeutisch.

20 Jährige Patientin mit submandibulärem Lyphangiom nach erfolgreicher Sklerosierung mit Firbovein®.

Ihr Angiom Team

PD Dr. Stefan Mattheis

Stellv. Klinikdirektor HNO

Prof. Dr. Urban Geisthoff

Geschäftsf. Oberarzt HNO

Prof. Dr. med. Isabel Wanke

Leiterin der interventionellen Neuroradiologie

PD Dr. med. Mönninghoff, Christoph

Oberarzt der interventionellen Neuroradiologie

Oliver Kanaan

Assistenzarzt