Kleinere Eingriffe und Ambulante Operationen

“Ambulante Operation” bedeutet, dass ein Patient ohne eine stationäre Behandlung am eigentlichen OP-Tag erscheint und kurze Zeit nach dem Eingriff, also am selben Tag, wieder nach Hause entlassen werden kann. Dieses Vorgehen ermöglicht dem Patienten, sich vor und nach dem Eingriff in seiner gewohnten Umgebung aufzuhalten, was vielen Menschen (insbesondere Kindern) die Erholung erleichtert. Voraussetzungen für eine ambulante Operation sind, dass der Patient kein erhöhtes Narkoserisiko mitbringt, für den Tag der Operation eine Begleitperson hat, die ihn betreut, und das Risiko einer Komplikation vertretbar gering bleibt.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]

Bei der Adenotomie handelt es sich um die Entfernung der Rachenmandel bei Kindern. Im Volksmund wird diese auch als kindliche Nasenrachenpolypen bezeichnet. Bei einer Vergrößerung kann es zu Funktionsstörungen der Ohrtrompete und damit der Belüftung der Mittelohren kommen. Dies wiederum führt zu Flüssigkeitsansammlungen im Mittelohr, dem sogenannten Paukenhöhlenerguss, und einer daraus resultierenden Schwerhörigkeit oder zu rezidivierenden Mittelohrentzündungen. Die Adenotomie wird daher häufig mit einer Flüssigkeitsentlastung der Mittelohren über einen mikroskopisch angelegten Trommelfellschnitt (Parazentese) und der Einlage von Paukenröhrchen kombiniert. Die Adenotomie ist eine der häufigsten Operationen im Kindesalter und wird in Vollnarkose durchgeführt. In der Regel wird diese Operation ambulant durchgeführt.

Die Entfernung der Gaumenmandeln (Tonsillen) wird als Tonsillektomie bezeichnet und kann bei häufig wiederkehrenden Mandelentzündungen notwendig werden. Diese Operation geht zu einem kleinen Prozentsatz mit einem Nachblutungsrisiko einher, so dass nach der Operation ein stationärer Aufenthalt notwendig ist. Da das Wundgebiet im Rachen täglich beim Essen, Trinken und Sprechen beansprucht wird, ist ein suffiziente Schmerzbehandlung nach der Operation sehr wichtig. Bei der Mandelverkleinerung (Tonsillotomie) wird nur ein Teil der Mandel mit einer Radiofrequenznadel oder dem Laser entfernt. Dies kann notwendig sein, wenn eine Vergrößerung der Mandeln (Tonsillenhyperplasie) zu einer Einschränkung der Atmung oder der Nahrungsaufnahme führt. Beide Eingriff werden in Vollnarkose durchgeführt.

Die Nasengerüstreposition infolge einer Fraktur des Nasenskelets sollte in der Regel innerhalb von einer Woche, spätestens jedoch nach zehn Tagen nach dem auslösenden Trauma erfolgen. Wichtig ist auch, dass Sie unmittelbar nach einer Nasenverletzung eine HNO-Ärztin/HNO-Arzt aufsuchen, um auszuschließen, dass ein begleitender Bluterguss der Nasenscheidewand vorliegt. Hier wäre eine sofortige Operation notwendig. Die Nasengerüstreposition wird in Vollnarkose durchgeführt. Anschließend ist das Tragen einer äußeren Schiene (Nasengips) für etwa eine Woche notwendig. Gelegentlich erfolgt auch eine innere Schienung durch Tamponaden oder Stützfolien.

Die Nasenmuschelverkleinerung bei vergrößerten unteren Nasenmuscheln (Nasenmuschelhyperplasie) kann durch verschiedenste Verfahren wie beispielsweise der Radiofrequenzablation, Schleimhautresektion, submuköse Resektionen, Resektion oder Fraktur des Knochens der unteren Nasenmuschel erfolgen. Gelegentlich ist eine anschließende Tamponade der Nase erforderlich. Der Eingriff kann in örtlicher Betäubung oder in Vollnarkose durchgeführt werden.

Die Implantation eines sogenannten PORT-Systems erfolgt in der Regel ambulant. Die Operation kann auf Wunsch in lokaler Betäubung oder in Vollnarkose durchgeführt werden. Während der Operation wird die Portlage mittels intraopertiv abgeleitetem EKG überprüft. Postoperativ wird standardmäßig ein Röntgenbild des Thorax gemacht, um eine Verletzung der Lunge (Pneumothorax) während der OP auszuschließen.

In manchen Fällen ist es nötig, kleine Proben zur histologischen Begutachtung zu gewinnen. Dies geschieht häufig unter sterilen Bedingungen im Operationssaal. Bei kleinen Eingriffen dieser Art, bei denen das Risiko für eine Nachblutung oder nennenswerte postoperative Atemnot vertretbar gering ist, kann der Eingriff auf Wunsch auch ambulant erfolgen.

Die Entfernung einer Lymphdrüse des Halses erfolgt meist aus diagnostischen Zwecken, um Gewebe für eine histopathologische Untersuchung zu gewinnen. Hierfür ist ein kleiner Schnitt am äußeren Hals notwendig. Bei oberflächlich gelegenen Lymphdrüsen kann der Eingriff auch in örtlicher Betäubung durchgeführt werden

Das Datum des Eingriffs wird von der Poliklinik vergeben; eine genaue Uhrzeit für die OP lässt sich für ein OP-Programm natürlich nicht festlegen. Wir bitten bei evtl. Wartezeiten auf Station um Verständnis.

Die ambulanten Operationen finden in unserer OP- Abteilung statt.

Hierher wird der Patient ca. 15-30 min. vor dem geplanten Termin von der Station abgerufen. Kinder können von ihren Eltern bis zum OP-Eingang begleitet werden. Eine Begleitung in die OP-Räume ist generell nicht möglich.

Vor der Entlassung wird jeder Patient vom Operateur und vom Anästhesisten über den Verlauf der Operation und das weitere Vorgehen informiert und erhält einen vorläufigen Entlassungsbrief für den weiterbehandelnden Arzt. Dies ist normalerweise der einweisende Fachkollege.

Nach einem Eingriff in Lokalanästhesie kann man üblicherweise nach einer kurzen Ruhepause wieder gehen.

Bei kleineren Eingriffen und belastbaren Patienten kann hier auf eine Begleitperson verzichtet werden; bei älteren oder labilen Patienten muss eine Begleitung organisiert werden

Am Operationstag ist der Patient nicht fahrtüchtig. Das gilt nicht nur für Operationen in Vollnarkose, sondern auch für Eingriffe in örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie). Außerdem können eine Kreislaufschwäche oder eine Nachblutung auftreten. Solche Vorkommnisse sind zwar sehr selten, aber deshalb ist eine Begleitperson erforderlich. Am Operationstag soll der Patient nach dem Eingriff nicht alleine sein.

Grundsätzlich gilt, dass man zwar nicht bettlägerig ist, sich aber schonen sollte.

Körperliche Anstrengungen sind zu meiden. Für die Versorgung des Haushalts bzw. kleiner Kinder sollte eine andere Person verantwortlich sein; die Nahrungsaufnahme kann in der Regel völlig frei gestaltet werden. Alkoholgenuss am Tag des Eingriffes muss vermieden werden. Hier ist mit einer unkalkulierbaren Wechselwirkung zu rechnen

Fragen zu spezieller Körperpflege in Bezug auf das OP-Feld bzw. Verbandswechsel werden individuell zwischen Patient und Operateur besprochen. Zur Schmerzbehandlung erhalten die Patienten bei Entlassung Medikamente oder ein Rezept.

Falls zuhause dringliche Fragen auftauchen, sind wir unter der Rufnummer 0201-723-2281 (Kinder) oder 0201-723-2283 (Erwachsene) jederzeit erreichbar.

Prinzipiell werden nur solche Eingriffe ambulant durchgeführt, bei denen es nicht zu bedrohlichen Komplikationen kommen kann.

Leichtere Nachblutungen im Wundgebiet treten selten auf und sind im Allgemeinen normal, gleiches gilt für post-operative Schmerzzustände. Bei kreislaufempfindlichen Personen könnten nach einer Vollnarkose auch später kurzfristige Kreislauf-Reaktionen auftreten, die jedoch durch Flachlagerung in der Regel sofort erfolgreich behandelt werden können. Vorbeugend sollte nach einer Operation reichlich Flüssigkeit und ein Mindestmaß an Nahrung zu sich genommen werden.

Abhängig vom Eingriff können die meisten Wundversorgungen bis zur völligen Abheilung vom einweisenden Facharzt durchgeführt werden. Für evtl. Nachfragen stehen unsere Operateure den niedergelassenen Kollegen auch telefonisch zur Verfügung. In Einzelfällen muss eine Nachschau in unserer Poliklinik durchgeführt werden; darüber wird der Patient vor seiner Entlassung vom Operateur informiert.

Fragen zur Indikation eines Eingriffes können entweder der niedergelassene Facharzt oder die Ärzte unserer Poliklinik klären; dies müsste im Rahmen eines persönlichen Vorstellungstermins geschehen, der telefonisch eingeholt werden kann (Ambulanz-Sekretariat: 0201-723-2386).