Drucken - Print
01.07.2013
UK Essen weist Kritik zu Lebertransplantationen zurück

Essen, 01.07.2013, 17:30 Uhr - Das Universitätsklinikum Essen transplantiert deutschlandweit die meisten Lebern – und das mit großem Erfolg. „In den vergangenen dreieinhalb Jahren haben wir knapp 500 Patienten eine Leber übertragen können. Trotz des bedauerlichen Organmangels haben wir in Essen seit 2010 somit vielen Patienten helfen können. Ermöglicht wurde dies durch Forschungsarbeiten mit sogenannten kritischen Organen, die von anderen Transplantationszentren nicht akzeptiert wurden. Gesundheitlich stabile Patienten können von solchen Organen sehr profitieren, wie dies der Medizinische Direktor der Organvermittlungsstelle Eurotransplant Axel Rahmel gerade wieder bestätigt hat“, erläutert der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikum Essen Prof. Dr. mult Eckhard Nagel.

 

Die heute von der Süddeutschen Zeitung geübte Kritik an den Ergebnissen der Lebertransplantationen in Essen im Jahr 2011 und speziell bei der Übertragung sogenannter „kritischer Organe“ ist für das Universitätsklinikum Essen nicht nachzuvollziehen. Das 30-Tage-Überleben (87,5 Prozent) - wie auch das 1-Jahres-Überleben (72,4 Prozent) - nach der Übertragung von diesen „kritischen Organen“ liegt höher als bei einer herkömmlichen Organzuteilung. Dies liegt daran, dass Patienten bei einer normalen Organzuteilung in einem noch schlechteren Gesundheitszustand sind, da sie vorher aufgrund des Organmangels keine Chance hatten, ein sogenanntes „normales Organ“ zu bekommen.

 

Das Universitätsklinikum Essen arbeitet in den zurückliegenden Jahren wissenschaftlich beständig daran, die Organqualität zu verbessern. So werden auch seit 2011 alle Patienten, die ein kritisches Organ bekommen, in einer durch öffentliche Mittel geförderten Studie betreut. Die gewonnenen  Daten hierzu werden wissenschaftlich ausgewertet und veröffentlicht. Die guten Ergebnisse, die in Essen erzielt werden, haben dazu geführt, dass sich mittlerweile die Einschätzung der so genannten kritischen Organe deutlich verbessert hat und viele andere Zentren es sich zutrauen, solche Organe zu transplantieren. Die Vorreiterrolle und die Möglichkeit, damit auch besonders schwierige medizinische Situationen zu meistern, finden in den Ergebnissen des Klinikums ihren Ausdruck.

 

Pressekontakt:

Burkhard Büscher, Tel.: 0201/723 – 2115, burkhard.buescher@uk-essen.de