Datenschutz

Leiter der Nachwuchsgruppe


PD Dr. rer. nat. Marc Seifert

Institut für Zellbiologie (Tumorforschung)

Virchowstraße 173

45122 Essen

 

Tel.: 0201 723 3389

Fax: 0201 723 3386

E-Mail: marc.seifert@uni-duisburg-essen.de



B-Zell-Immunologie und Lymphompathogenese


Zum Aufbau und zur dynamischen Homöostase der B-Zell-Immunität sind im Menschen noch viele Fragen offen. Es ist weitgehend ungeklärt, welche B-Zell-Abstammungslinien (B1-, B2- und Marginalzonen-B-Zellen) im Menschen existieren, wie sie definiert werden können, welche besonderen Funktionen sie ausüben und welche Erkrankungen mit ihnen assoziiert sind. Gerade die Existenz eines humanen B1-B-Zell-Pendants ist derzeit viel diskutiert und für verschiedenste Fragestellungen von Interesse, da diese ontogenetisch frühen Lymphozyten sehr wahrscheinlich einen wichtigen Beitrag zur Etablierung einer effektiven B-Zell-Immunität leisten, im Alter jedoch oftmals zu autoimmunen Erkrankungen führen oder in bestimmte Lymphome oder Leukämien transformieren können. Weiterhin ist unklar, ob im Menschen eine unabhängige Marginalzonen-B-Zell-Abstammungslinie existiert, wann diese Lymphozyten auftreten, welche besonderen Aufgaben sie in der normalen Immunität haben, aber auch in welchen Erkrankungen sie eine Rolle spielen. Schliesslich ist die Dynamik und Homöostase der klassischen T-Zell-abhängigen Immunität in vielen Aspekten unverstanden und erfordert Klärung, so zum Beispiel für den Wiederaufbau eines funktionellen Immunsystems nach Stammzelltransplantation, für die Immunität gegen kommensale Mikroben und Pathogene, aber auch für die schrittweise Pathogenese von malignen Lymphomen, die aus Keimzentrums-abhängigen Immunantworten hervorgehen.


Forschungsprogramm


Molekulare und funktionelle Charakterisierung humaner B-Lymphozyten-Populationen und lymphoproliferativer Erkrankungen


Ein besonderer Vorteil bei der Erforschung von Lymphozyten und lymphoproliferativen Erkrankungen ist deren einzigartiger rearrangierter Antigen-Rezeptor, der sich als molekularer Fingerabdruck nutzen lässt um lokale und systemische Ausbreitung und Diversifizierung darstellen zu können. Verbunden mit der Bestimmung des zellulären Ursprungs von Lymphomen und Leukämien, einer umfassenden molekularen und funktionellen Charakterisierung von sowohl normalen als auch entarteten Zellen bis hin zur Spezifitäts-Analyse ihrer Antigen-Rezeptoren, ergibt sich eine umfassende Strategie, die Pathogenese dieser Erkrankungen besser zu verstehen und neue therapeutische Ansätze zu finden.

 

 

Wir untersuchen:

  • Die molekulare und funktionelle Charakterisierung von humanen CD5-ausprägenden B-Zellen, besonders deren Gemeinsamkeiten mit murinen B1 B-Zellen anhand BCR-Repertoire Analyse, Einzelzell-RNA-Sequenzierung und in vitro Studien.
  • Eine Kartierung der klonalen Zusammensetzung, molekularen Diversifizierung und Antigen-Erkennung / -Bindungskapazität humaner Gedächtnis-B-Zell-Populationen. Dies geschieht unter anderem mittels Tiefensequenzierung des humanen Ig-Repertoires.
  • Humanisierte Mäuse, d.h. mit humanen Stammzellen rekonstituierte Mäuse werden als Modell für den Aufbau und die Homöostase eines human-ähnlichen Immunsystems verwendet.
  • Den Vergleich normaler B-Zell-Populationen aus Milz, Lymphknoten und peripherem Blut mit Tumorzellen anhand von Transkriptom- und Epigenom-Arrays zur Bestimmung der zellulären Ursprünge bestimmter Leukämien und Lymphome.
  • Die deregulierten Gene zwischen normalen Vorläufern und Lymphomen / Leukämien und vergleichen deren immunologische Fähigkeiten. Ein besonderes Interesse liegt auf Migrationseigenschaften, Adhäsionspotentialen, Interaktion mit Immunzellen und/ oder lokalem Gewebe, Stimulierbarkeit, Differenzierungspotential und Langlebigkeit.
  • Die Pathogenese der CLL, beginnend mit dem zellulären Ursprung, im Übergang zur monoklonalen B-Zell-Lymphozytose und in der CLL selbst.


Ausgewählte Publikationen


  • Seifert, M., M. Przekopowitz, S. Taudien, A. Lollies, V. Ronge, B. Drees, M. Lindemann, U. Hillen, H. Engler, B.B. Singer, and R. Küppers. 2015. Functional capacities of human IgM memory B cells in early inflammatory responses and secondary germinal center reactions. Proc Natl Acad Sci USA 112:E546-555. (Highlighted in: Nat Rev Immunol p133 | doi:10.1038/nri3822)
  • Seifert, M., L. Sellmann, J. Bloehdorn, F. Wein, S. Stilgenbauer, J. Dürig, and R. Küppers. 2012. Cellular origin and pathophysiology of chronic lymphocytic leukemia. J Exp Med 209:2183-2198
  • Seifert, M., and R. Küppers. 2009. Molecular footprints of a germinal center derivation of human IgM+(IgD+)CD27+ B cells and the dynamics of memory B cell generation. J Exp Med 206:2659-2669
  • Budeus, B., S. Schweigle de Reynoso, M. Przekopowitz, D. Hoffmann, M. Seifert*, and R. Küppers*. 2015. The complexity of the human memory B cell compartment is determined by the versatility of clonal diversification in germinal centres. Proc Natl Acad Sci USA, 112:E5281-9 (*geteilte Letztautorenschaft)
  • Oakes, C. C., M. Seifert, Y. Assenov, L. Gu, M. Przekopowitz, A. Ruppert, Q. Wang, C. Imbusch, A. Serva A, S. Koser S, D. Brocks D, D. Lipka D, O. Bogatyrova O, D. Weichenhan D, B. Brors B, L. Rassenti, T. J. Kipps, D. Mertens, M. Zapatka, P. Lichter, H. Döhner, R. Küppers, T. Zenz, S. Stilgenbauer, J.C. Byrd and C. Plass. 2015. Progressive epigenetic programming during B cell maturation is reflected in a continuum of epigenetic disease phenotypes in chronic lymphocytic leukemia. Nature Genetics (zur Publikation akzeptiert)
  • Lutzny, G., T. Kocher, M. Schmidt-Supprian, M. Rudelius, L. Klein-Hitpass, A.J. Finch, J. Durig, M. Wagner, C. Haferlach, A. Kohlmann, S. Schnittger, M. Seifert, S. Wanninger, N. Zaborsky, R. Oostendorp, J. Ruland, M. Leitges, T. Kuhnt, Y. Schafer, B. Lampl, C. Peschel, A. Egle, and I. Ringshausen. 2013. Protein kinase c-beta-dependent activation of NF-kappaB in stromal cells is indispensable for the survival of chronic lymphocytic leukemia B cells in vivo. Cancer Cell 23:77-92
  • Seifert, M., R. Scholtysik, and R. Küppers. 2013. Origin and pathogenesis of B cell lymphomas. Methods Mol Biol 971:1-25.


Curriculum vitae


Geburt:  1. August 1978 in Bergisch-Gladbach


Akademischer Werdegang:


1999 – 2004

Biologiestudium an der Universität zu Köln
Schwerpunkte:  Genetik, Biochemie Diplom in Biologie (16.11.2004)
Institut für Genetik, Prof. Klaus Rajewsky

2005 – 2010
Promotionsstudium, Universität Duisburg-Essen, Institut für Zellbiologie (Tumorforschung), Prof. Ralf Küppers

2010
Promotion (20.01.2010)


2010

Wissenschaftlicher Mitarbeiter (Postdoc) am Institut für Zellbiologie (Tumorforschung), Abteilung Molekulare Genetik, Prof. Ralf Küppers


seit 2014

Nachwuchsgruppenleiter am Institut für Zellbiologie (Tumorforschung)

 

 

Nach oben