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26.06.2018
WTZ Krebs-Patiententag

Gelungener Auftakt für den ersten WTZ Krebs-Patiententag

Essen, 25.06.2018 – Die Anzahl an Krebs erkrankter Mitmenschen wächst. Statistisch gesehen erhält jeder zweite Deutsche im Laufe seines Lebens die Diagnose Krebs. Um Betroffenen, Angehörigen und Interessierten eine Plattform zum Austausch und Wissenstransfer zu bieten, veranstaltete das Westdeutsche Tumorzentrum (UK Essen) gemeinsam mit dem Institut PatientenErleben am 23. Juni den ersten WTZ Krebs-Patiententag. 

Wie profitieren Erkrankte von Fortschritten in der Krebsbehandlung? Was ist bei der Krebsnachsorge zu beachten? Und wer kann bei organisatorischen und finanziellen Fragen rund um eine Krebserkrankung unterstützen? Die persönlichen Hintergründe und Fragen der Besucher des ersten WTZ Krebs-Patiententages waren vielfältig. Zahlreiche Patienten, Angehörige und Interessierte hatten am Samstag im Deichmann Auditorium Essen acht Stunden lang die Möglichkeit, in wissenschaftlichen Vorträgen und Workshops wichtige Einblicke in modernste Behandlungsmethoden und alle anderen Angebote für Betroffene zu erlangen. Der Ärztliche Direktor der Universitätsmedizin Essen, Prof. Dr. Jochen Werner, betonte die Wichtigkeit der Veranstaltung: „Wir sind das älteste und größte Tumorzentrum Deutschlands. Das verpflichtet zur harten Arbeit an unserer Weiterentwicklung. Im Rahmen dieser wollen wir künftig die Belange unserer Patienten und ihrer Angehörigen noch stärker in den Mittelpunkt setzen. Ich freue mich daher sehr über den ersten WTZ Krebs-Patiententag. Er ist ein wichtiges Signal.“

 

In der Behandlung krebserkrankter Patienten setzt die Universitätsmedizin Essen neue Maßstäbe. Prof. Dr. Martin Schuler, Direktor Innere Klinik (Tumorforschung) gab den Besuchern Einblicke in die rasante Entwicklung der Krebsbehandlung in der Universitätsmedizin Essen: „Am Westdeutschen Tumorzentrum wurde in den letzten Jahre eine Vielzahl innovativer Krebsmedikamente, wie zielgerichtete Hemmstoff- und Immuntherapien, in die Behandlung unserer Patienten eingeführt. Diese ergänzen die bewährte Chemotherapie, die heute sehr viel verträglicher und wirksamer als vor 50 Jahren ist und überwiegend ambulant verabreicht werden kann.“

 

Prof. Dr. Dirk Schadendorf, Direktor des Westdeutschen Tumorzentrums, informierte die Besucher in seinem Vortrag tiefer über die zielgerichtete Therapie und Immuntherapie. Er ist vom Konzept der Veranstaltung, Betroffenen und Interessierten medizinische Fakten rund um die Krebsbehandlung noch näher zu bringen, überzeugt: „Der erste WTZ Krebs-Patiententag ist allen Beteiligten ein wichtiges Anliegen und ein zukunftsweisendes Ereignis. Wir freuen uns sehr, dass unser Informationsangebot so gut angenommen wird und unseren Besuchern renommierte Mediziner und Selbsthilfe-Ansprechpartner Frage und Antwort stehen können.“

 

Auch die Hilfe zur Selbsthilfe war ein wichtiges Thema der Veranstaltung: So konnten die Besucher vor Ort in direkten Kontakt mit Selbsthilfe- und Patientengruppen treten. Viele Selbsthilfe- und Patientengruppen, darunter WIESE e.V., Berg und Tal e. V. und „Selbsthilfe singt – Singen ist Selbsthilfe“, waren mit Ständen vertreten und boten den Besuchern im persönlichen Kontakt wichtige Hilfestellung und Interaktion. Markus Wartenberg, WTZ Vize-Direktor Patientenselbsthilfe und Patientenvertretung, erklärt, dass sowohl Medizin als auch Patienten stark vom Engagement der Gruppen profitieren: „Selbsthilfe- und Patientengruppen sind ein wichtiger Sektor des Gesundheitssystems, weil sie das leisten, was Kliniken und Ärzte einfach nicht schaffen können. Es ist wunderbar, dass heute so viele von ihnen anwesend sind.“

 

Wie wichtig der Austausch für Krebserkrankte und ihre Begleiter ist, bestätigen auch Besucher wie Herr Gerhard K. Er verbrachte den gesamten Vor- und Nachmittag auf dem WTZ Krebs-Patiententag: „Mit so einer Krankheit fühlt man sich schnell allein gelassen. Was dann hilft, ist das Sammeln von Informationen darüber, um die Dinge einordnen zu können. Jeder Betroffene sollte seine Erkrankung ernst nehmen und alles über sie wissen. Ein Tag wie heute hilft dabei, tiefere Informationen von Fachexperten zu bekommen und Menschen mit ähnlichen Problemen kennenzulernen.“

 

Für Monja Gerigk, Institut PatientenErleben, ist die Veranstaltung aus gleich mehreren Gründen ein voller Erfolg: „Der WTZ Krebs-Patiententag eignet sich hervorragend dazu, kompetente Spezialisten, Patienten und Selbsthilfe- und Patientengruppen einander näher zu bringen. Es ist ein intensives Erleben hier vor Ort. Zudem schafft die Veranstaltung eine neue Nahbarkeit. Die Arbeit daran hat neue Beziehungsgeflechte entstehen lassen. Das stärkt das Wir-Gefühl – nach Innen und nach Außen! Prof Dr. Schadendorf ergänzt: „So muss Begegnung funktionieren – und die wird künftig häufiger in dieser Form stattfinden. Die Planung für den nächsten Krebs-Patiententag steht schon in den Startlöchern.“