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26.03.2009
UK Essen gründet "Zentrum für Terminale Herz- und Lungeninsuffizienz"

Mininatur-Kunstherz weltweit erstmals implantiert

Immer mehr Herzpatienten leiden im Laufe ihrer Erkrankung an einer terminalen Herzinsuffizienz, einer chronischen Schwächung des Herzmuskels. Bereits jetzt ist die Herzinsuffizienz die häufigste stationäre Aufnahmediagnose in Krankenhäusern. Am Universitätsklinikum Essen wurde die Diagnose im Jahr 2008 genau 1987 Mal gestellt. Herzspezialisten erwarten für die kommenden Jahre einen deutlichen Anstieg der Patientenzahlen: Es wird geschätzt, dass sich die Herzinsuffizienzfälle in Deutschland bis zum Jahr 2040 verdoppeln. Als Grund dafür gilt die zunehmende Alterung der Gesellschaft, denn bei älteren Personen tritt die Herzinsuffizienz überdurchschnittlich häufig auf.

 

Bei einer Herzinsuffizienz kann der geschwächte Herzmuskel nicht mehr genug Blut in das Versorgungssystem des Körpers pumpen. So bleiben Organe, Gefäße und Muskulatur unterversorgt und zu wenig Blut gelangt in den Lungenkreislauf, wo es mit Sauerstoff aufgeladen werden soll. Die Folgen können schnell zum Tode führen.

 

Ein neuartiges Miniaturkunstherz kann den betroffenen Patienten inzwischen das Leben retten. Am Universitätsklinikum Essen wurde ein solches Kunstherz jüngst weltweit erstmals einem Patienten mit Terminaler Herzinsuffizienz implantiert. Dafür musste noch nicht einmal der Brustkorb geöffnet werden, der Einsatz des Kunstherzens kann unter örtlicher Betäubung erfolgen. Angetrieben wird das Herz von einem winzigen tragbaren Motor außerhalb des Körpers. Das am Essener Uniklinikum verwendete Miniaturkunstherz ist mit seinem kleinen Motor sehr viel handlicher als die Vorgängermodelle, bei denen die Patienten oft den Motor in einem Spezialgestell vor sich her schieben mussten.

 

Im Mittelpunkt steht der Mensch

 

Die lebensrettende Behandlung der Patienten mit Terminaler Herzinsuffizienz erfordert Spezialisten, die mit großem Fachwissen und langjähriger Erfahrung ausgestattet sind ? am Universitätsklinikum Essen arbeiten sie Hand in Hand. Um die Patienten künftig noch umfassender und schneller versorgen zu können, wird in dieser Woche am UK Essen das Zentrum für Terminale Herzinsuffizienz gegründet. ?Mit der Gründung des Zentrums für Terminale Herzinsuffizienz geht das Universitätsklinikum Essen einen weiteren entscheidenden Schritt, um Kompetenzen hier noch weiter zu bündeln?, erklären Prof. Raimund Erbel und Prof. Heinz-Günther Jakob, die Direktoren des Westdeutschen Herzzentrums Essen.

 

Die Gründung des Zentrums für Terminale Herzinsuffizienz wird möglich, weil ab dem 1. April 2009 die Ruhrlandklinik als Lungenzentrum zur Tochtergesellschaft des Universitätsklinikums Essen wird.

 

Für das neue Spezialzentrum für Herz- und Lungenerkrankungen haben sich die Kliniken für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Kardiologie, Pneumologie, Psychosomatik, Immunologie, Virologie, Hygiene und Mikrobiologie, Pathologie, Radiologie, die Abteilung für Qualitätssicherung sowie die Abteilung für Experimentelle Chirurgie zusammengeschlossen, um sich den gemeinsamen Forschungsaufgaben zu widmen. ?Mit der neuen Infrastruktur werden wir Qualität und Effizienz in der Behandlung der Herzerkrankungen weiter steigern und unsere Position als universitäres Fachzentrum mit überregionaler Bedeutung weiter ausbauen?, sagt der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Essen, Prof. Dr. Gerald Holtmann, zur medizinischen und betriebswirtschaftlichen Perspektive des neuen Zentrums für Terminale Herzinsuffizienz. ?Die Patienten erhalten hier nicht nur eine herausragende medizinische Versorgung mit den neuesten technischen Geräten, sie werden auch psychosomatisch betreut. Eine so umfassende Versorgung kann nur ein Universitätsklinikum bieten?, erklärt Prof. Holtmann.