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20.01.2009
Nierenforscher erhält 300.000 Euro

Aus den Händen der Vorstandsvorsitzenden der Dr. Werner Jackstädt-Stiftung, Lore Jackstädt, erhielt Dr. Thorsten Feldkamp am 20. Januar einen Scheck über 300.000 Euro zur Erforschung des akuten Nierenversagens überreicht.

Jackstädt-Stiftung untersützt Erforschung des akuten Nierenversagens

Von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) wird er bereits unterstützt: Heute nun erhielt der 35-jährige Dr. Thorsten Feldkamp zur Einrichtung einer Junior Excellence Research Group von der Dr. Werner Jackstädt-Stiftung symbolisch einen Scheck über 300.000 Euro überreicht. Bereits seit Jahren erforschen er und sein Team erfolgreich genaue Mechanismen beim akuten Nierenversagen.

Das akute Nierenversagen zählt zu den häufigsten Todesursachen im Krankenhaus. Die Ursache ist zumeist eine Unterversorgung der Nieren mit Sauerstoff infolge einer schweren Erkrankung oder eines operativen Eingriffs. Jedoch kommt es vor, dass nach Wiederherstellung der Sauerstoffversorgung, die Nierenfunktion eingeschränkt bleibt. Gegen dieses Versagen der Nieren hat die Wissenschaft bisher keine spezifische Therapie entwickelt ?Vor allem ältere und sehr kranke Patienten sind davon betroffen. So kommt es nach schweren Eingriffen wie u.a. einer Organtransplantation oder einer Bypassoperation oft zu einer Unterversorgung der Nieren mit Sauerstoff.?, erläutert Dr. Thorsten Feldkamp, Klinik für Nephrologie.

Bereits seit Jahren forschen er und sein Team in Essen und zuvor in den USA nach möglichen Ursachen. Herausgefunden haben sie, dass die Tubuluszellen der Nieren bereits aufgrund einer vorübergehenden Sauerstoff-Verarmung nachhaltig geschädigt werden können. Dabei führt der gestörte zellu­läre Stoffwechsel zu einer Verminderung der Produktion des zellulären Energieträgers Adenosintriphosphat (ATP). Die Folge: Die Zellen werden zerstört, die Niere kann somit keinen Urin mehr produzieren.

Feldkamp hat nun Hinweise dafür gefunden, dass freie Fettsäuren beim akuten Nierenversagen eine zentrale Rolle spielen. ?Freie Fettsäure sorgen dafür, dass die Mitochondrien in der Niere nachhaltig geschädigt werden. Basierend auf diesen Erkenntnissen entwickeln wir zurzeit Behandlungsstrategien, die die Schädigung der Nieren durch die Fettsäuren verhindern?, erklärt der Mediziner. So untersucht der Wissenschaftler derzeit im Labor eine erfolgversprechende Idee genauer. Dabei werden die Fettsäuren mittels fettsäurefreien Albumins gebunden. ?Durch die Bindung von freien Fettsäuren an das Eiweiß wird die einschränkende Wirkung der freien Fettsäure auf den Energiestoffwechsel aufgehoben. Die Zellen können wieder normalisiert ATP produzieren?, so Feldkamp.

Um diese Ergebnisse vom Reagenzglas auf den menschlichen Organismus zu übertragen, soll der Therapieansatz nun in vivo untersucht werden. Feldkamp: ?Diese Untersuchungen sind ein wichtiger Schritt zur Entwicklung einer spezifischen Therapie des akuten Nierenversagens. Sie können dazu beitragen, die inakzeptabel hohe Sterblichkeit dieser Erkrankung zu senken.?