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25.02.2014
Universitätsklinikum Essen nimmt Stellung zu Bericht der WAZ über Hygienemängel

Gesetzliche Anforderungen erfüllt – zusätzliche Hygienemaßnahmen seit Jahren umgesetzt

Essen, 25.02.2014 In dem heute in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) veröffentlichten Artikel „Infektionsgefahr durch Hygienemängel“ sowie dem eBook „Keimzelle Krankenhaus“ berichten die Autoren über Beschwerden von einzelnen Patienten zu „mangelnder Hygiene“ und „nicht ausreichenden Isolationsbestimmungen“ am Universitätsklinikum Essen (UK Essen). Hierzu stellen wir fest: Das UK Essen erfüllt die gesetzlichen Anforderungen zur Sicherstellung der Hygiene. Darüber hinaus setzt das Klinikum zahlreiche weitere freiwillige Maßnahmen um und arbeitet auch im Bereich der Forschung intensiv an der Verbesserung der Behandlung von Patienten mit Infektionserkrankungen.

 

Im Rahmen der gesetzlichen Anforderungen arbeitet das UK Essen eng mit dem Essener Gesundheitsamt zusammen. „Wir untersuchen seit 2010 beispielsweise alle Patienten des UK Essen bei der stationären Aufnahme auf MRSA und melden alle  nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtige Infektionen und Ausbrüche an das Amt weiter. So ist die vom Gesetzgeber geforderte Transparenz zu jedem Zeitpunkt gewährleistet“, erläutert der Leiter der Krankenhaushygiene am UK Essen, Prof. Dr. Walter Popp. Das Gesundheitsamt habe die Einhaltung der Hygienevorschriften am UK Essen in der Vergangenheit regelmäßig überprüft und bestätigt.

 

Darüber hinaus verfügt das UK Essen über eine eigene Abteilung für Krankenhaushygiene. Drei Ärzte beraten hier die Kliniken, Abteilungen und Institute sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in allen krankenhaushygienischen Fragestellungen. Außerdem überprüft eine regelmäßig tagende Hygienekommission, an der Entscheidungsträger und hygienebeauftragte Ärzte sowie Pflegende teilnehmen, die Qualität der Hygiene, die Isolationsmaßnahmen sowie den Umgang gerade mit multiresistenten Erregern. Aus den Ergebnissen leiten die Beteiligten Maßnahmen ab, die die über 30 hygienebeauftragten Ärzte in Zusammenarbeit mit über 90 Hygienebeauftragten in der Pflege umsetzen. Dabei informieren sie z. B. ihre Kolleginnen und Kollegen über aktuelle Aufgaben und bilden diese weiter.

 

Die Schulung der Beschäftigten sei insgesamt ein zentraler Bestandteil der Hygienemaßnahmen: „Wir haben in den vergangenen Jahren umfangreiche Hygienepläne, Vorträge, Anleitungen und Video-Kurse entwickelt, mit denen wir unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter regelmäßig zur Erkennung von Infektionen, zu möglichen Infektionswegen und Gegenmaßnahmen wie der Desinfektion ausbilden“, führt Prof. Popp aus. Dabei komme ein besonderes „Train the Trainer“-Konzept zur Anwendung: „Um die gesamte Belegschaft möglichst schnell auf den neusten Stand der Hygienerichtlinien zu bringen, bilden wir zunächst die hygienebeauftragten Ärzte und Pflegende aus, die wiederum in ihren Bereichen weitere Beschäftigte schulen. Mit diesem Konzept haben wir in der Vergangenheit sehr gute Erfahrungen gemacht“, so Popp weiter.

 

Die im Artikel und eBook geschilderten Fälle würden – wie andere von Patienten geäußerte Beschwerden – dennoch intensiv geprüft: „Wir nehmen die Berichte sehr ernst. Es ist unser erklärtes Ziel, die Hygiene am UK Essen auf dem höchstmöglichen Niveau zu halten. Deshalb sind Hinweise von Patienten sehr wichtig für uns, um so früh wie möglich eingreifen und Maßnahmen einleiten zu können, die dieses Ziel unterstützen“, erläutert Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel, Ärztlicher Direktor des UK Essen. Entsprechende Hinweise könnten jederzeit an die Patienten-Beschwerdestelle weitergegeben werden. Eine individuelle Stellungnahme zu Einzelfällen sei hingegen nicht möglich: „Das ist in der Regel aufgrund des Schutzes der Patientendaten nicht erlaubt. Auch im Fall von Herrn Z. – den ich persönlich sehr bedaure – können wir uns öffentlich nicht äußern“, so Prof. Popp abschließend.

 

Pressekontakt:

Burkhard Büscher

Pressesprecher

Stabsstelle Marketing und Kommunikation

Tel.: 0201/723-2115

 

Oliver Kirch

Leiter Stabsstelle Marketing und Kommunikation

Tel.: 0201/723-3564

 

Nähere Informationen:

Prof. Dr. Walter Popp

Leiter der Krankenhaushygiene

am Universitätsklinikum Essen

Tel.: 0201/723–4577

www.uk-essen.de/krankenhaushygiene