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21.11.2013
Wie funktionieren Lernen und Vergessen ?

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert Forschungsverbund zwischen den Universitäten Bochum und Duisburg-Essen mit 2,2 Mio Euro

Der Senat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat auf seiner Sitzung im November 2013 die finanzielle Unterstützung der an den Universitäten Bochum und Duisburg-Essen ansässigen Forschergruppe „Extinction Learning: Behavioural, Neural and Clinical Mechanisms“ in einer zweiten Laufphase für weitere drei Jahre beschlossen.

 

Die Forschergruppe beschäftigt sich mit den neuronalen Grundlagen des sogg. Extinktionslernens. Der Begriff Extinktionslernen beschreibt einen Vorgang, bei dem eine ursprünglich erlernte Information nicht mehr gültig ist; entsprechend muss der Lernende umdenken und sein Verhalten an die neuen Gegebenheiten anpassen.

 

„Obwohl Extinktionslernen erstmals bereits vor hundert Jahren von dem russischen Physiologen Iwan Pawlow beschrieben wurde, sind viele Aspekte dieses Phänomens noch ungeklärt. Ein detailliertes Verständnis des Extinktionslernens ist aber für die Behandlung von Angststörungen, Drogenmissbrauch oder chronischen Schmerzzuständen von zentraler Bedeutung – so stützen sich beispielsweise gerade psychotherapeutische Ansätze für die Behandlung von unterschiedlichsten Störungsbildern auf Erkenntnisse der Extinktionsforschung“, so die Sprecher dieser Forschergruppe, Professor Onur Güntürkün und Professor Manfred Schedlowski.

 

Die Arbeit der Forschergruppe wird einen wichtigen Beitrag zur Klärung der psychologischen sowie der neuronalen Grundlagen des Extinktionslernens leisten. Die Bandbreite der neun geförderten Projekte reicht von der tier- und humanexperimentellen Grundlagenforschung bis hin zu klinischen Anwendungen im Bereich der Angststörungen, um so die möglichst schnelle Umsetzung grundlagenwissenschaftlicher Erkenntnisse zu therapeutischen Interventionen zu ermöglichen.

 

Im Rahmen dieser Forschergruppe werden drei Teilprojekte aus dem Essener Universitätsklinikum mit insgesamt 972.000,--€ gefördert:

Frau Professor Sigrid Elsenbruch, Professur für Experimentelle Psychobiologie, Institut für Medizinische Psychologie und Verhaltensimmunbiologie

(in Kooperation mit Herrn Priv.-Doz. Dr. Sven Benson, Professur für Experimentelle Psychobiologie, Institut für Medizinische Psychologie und Verhaltensimmunbiologie sowie Herrn Professor Lost Langhorst, Integrative Gastroenterologie, Kliniken-Essen-Mitte)