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24.11.2012
Thema Coronavirus

Erklärung des Universitätsklinikums Essen zum Thema Coronavirus

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

aus Gründen der ärztlichen Schweigepflicht können wir uns nicht zu dem konkreten Patienten äußern. Natürlich können wir aber das öffentliche Interesse an diesem Fall nachvollziehen und möchten im Rahmen unserer Möglichkeiten gerne für größtmögliche Transparenz sorgen: 

 

Wir wurden am Nachmittag des 22.11.durch das Robert-Koch-Institut darüber informiert, dass der Patient mit dem neuartigen Coronavirus infiziert war. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der Patient bereits nicht mehr in unserer Obhut: Er wurde am 21.11. bei gutem Allgemeinzustand entlassen und in eine Reha-Einrichtung überführt. 

 

Insgesamt wurde der Patient zwischen seiner Aufnahme am 24.10. und seiner Überführung in die Reha am 21.11. rund vier Wochen lang bei uns behandelt. Dabei haben wir zu jedem Zeitpunkt sämtliche geltenden Bestimmungen eingehalten. Die behandelnden Ärzte im Heimatland des Patienten hatten eine Behandlungsanfrage bei akutem Lungenversagen gestellt. Der Coronavirus-Befund wurde in Großbritannien erstellt. Die dort untersuchte Probe wurde dem Patienten noch in seinem Heimatland entnommen und nach Großbritannien geflogen.

 

Die behandelnden Ärzte im Heimatland des Patienten haben uns vor Aufnahme des Patienten in Deutschland und auch während seines Aufenthaltes aus uns nicht bekannten Gründen nicht über den Verdacht auf eine mögliche Infektion durch das Coronavirus informiert. 

 

Man geht auf Seiten der WHO bei einer Infektion mit einem Coronavirus von einer Inkubationszeit von rund 10 Tagen aus. Einer vorsichtigen Einschätzung zufolge war der Patient zu dem Zeitpunkt, als er nach Essen kam, nicht mehr oder nur noch schwach infektiös. Denn das Testergebnis war nur schwach positiv. Die Probenentnahme im Heimatland des Patienten erfolgte am 17.10., was rein rechnerisch bereits der zwölfte Tag der Erkrankung war. Die Verlegung nach Deutschland zu uns ans Universitätsklinikum Essen erfolgte am 19. Tag der Erkrankung. 

 

Der Patient lag isoliert in einem Einzelzimmer der Intensivstation. Kontakt zu anderen Patienten gab es nicht. Wir haben selbstverständlich sämtliche Personen, allen voran unsere Beschäftigten, die mit dem Patienten in Kontakt gekommen sind, umgehend und umfassend informiert. Hierbei haben wir selbstverständlich auch das zuständige Gesundheitsamt mit einbezogen. Bei keiner der mit dem Patient in Kontakt getretenen Personen liegen Krankheitssymptome vor.

 

Hier finden Sie die Pressemitteilung, welche das Robert-Koch-Institut gestern zu diesem Thema herausgegeben hat: