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15.07.2010
Strahlentherapie während der OP

Neuartige Brustkrebsbehandlung in Essen – längere Strahlentherapie nach der Operation kann vermieden werden

Eine neue Strahlentherapie bietet die Frauenklinik in Kooperation mit der Strahlenklinik nun in der Behandlung des Brustkrebses am UK Essen an. Das 300.000 Euro teure INTRABEAM, eines von dreien im Ruhrgebiet und das erste in der Stadt Essen, ermöglicht die Bestrahlung des Brustkrebses bereits während der Operation. „Mit der intraoperativen Strahlentherapie können wir das Tumorbett in der Brust präzise und selektiv bestrahlen und das umliegende gesunde Gewebe schützen. Die bisher übliche, anschließende über sechs Woche dauernde Strahlentherapie von Außen kann dadurch deutlich verkürzt werden“, erklärt Prof. Rainer Kimmig, Direktor der Frauenklinik.

An Brustkrebs erkranken deutschlandweit jährlich rund 50.000 Frauen neu. Jede 100. Patientin davon behandeln wir mittlerweile im Universitären Brustzentrum Essen (UBZE). „Hier legen wir großen Wert auf die umfassende und disziplinäre Betreuung und Behandlung der Patientinnen, unabhängig ob in der Frauenklinik, der Strahlenklinik, der Innere Klinik (Tumorforschung), der Psychosomatik oder Naturheilkunde“, so Kimmig. Als vorteilhaft sieht er an, dass nun das Gewebe in unmittelbarer Nachbarschaft des entfernten Tumors bereits während der Operation gezielt behandelt werden kann. „Das Prinzip ´Weniger ist mehr` haben wir bereits bei der gewebeschonenden und sicheren Wächter-Lymphknotenmethode erfolgreich angewandt. Mit der intraoperativen Strahlentherapie kann die Wirkung am Ort des höchsten Risikos optimiert und die Nebenwirkungen auf gesundes Gewebe minimiert werden, ein Meilenstein in der Brustkrebstherapie“, so Dr. Martin Schütte aus der Frauenklinik des UK Essen.

 

 

Nähere Informationen:    Prof. Dr. Rainer Kimmig

Tel.: (0201) 723 – 2440