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16.11.2012
Weltfrühchentag am 17.11.2012

Weit über tausend Stimmen für Frühgeborene wurden heute am Universitätsklinikum Essen übergeben.

Stiftung Universitätsmedizin Essen sammelt 1.000 Stimmen für Frühgeborene

 

(Essen, 16.11.2012) Jedes zehnte Kind wird heute zu früh geboren und ist auf eine individuelle Nachsorge angewiesen. Das Universitätsklinikum Essen informierte gemeinsam mit der Stiftung Universitätsmedizin im Rahmen der Messe Gesund Leben über die besonderen Bedürfnisse der winzigen Patienten. Weit über tausend Messebesucher gaben symbolisch ihre Stimme für Frühgeborene ab. Diese wurden heute in Anwesenheit von Marlis Bredehorst, Staatssekretärin im NRW-Gesundheitsministerium am Universitätsklinikum Essen übergeben. Anlass war der Weltfrühgeborenen-Tag am morgigen Samstag.

 

Bereits jedes zehnte Baby kommt heute als Frühgeborenes auf die Welt. „Entscheidenden Einfluss auf die spätere Entwicklung dieser hochempfindlichen Patienten hat die medizinische Versorgung direkt nach der Geburt“, erklärt Prof. Dr. Ursula Felderhoff-Müser, Direktorin der Kinderklinik I am Universitätsklinikum Essen. Aufgrund von Fortschritten in der Forschung und einer stetig verbesserten medizinischen Versorgung können heute selbst sehr kleine Frühgeborene überleben und haben gute Prognosen für ihre weitere Entwicklung. „Um in diese lebenswichtige Forschung zu investieren, sind wir auch auf Spenden angewiesen. Diese fließen in die Förderung von Forschungsprojekten, die Verbesserung entwicklungsfördernder Pflegemaßnahmen und die kompetente individuelle Betreuung der Familien von der Geburt bis über die Entlassung hinaus“, so Prof. Dr. Ursula Felderhoff-Müser.

 

Um über dieses wichtige Thema zu informieren, präsentierte sich die Kinderklinik I gemeinsam mit der Stiftung Universitätsmedizin erstmals auf der Messe Gesund Leben, die vom 9. bis 11. November in Essen stattfand. Über tausend Interessenten nutzten die Gelegenheit, am Stand ihre ganz persönliche Stimme für Frühgeborene abzugeben, indem sie eine Karte in Form eines kleinen Fußes ausfüllten. Diese Stimmen wurden heute durch Jalte (3), Finn (4) und Lara (3), selber am Universitätsklinikum Essen zu früh zur Welt gekommen, in Anwesenheit von Marlis Bredehorst, Staatssekretärin im NRW-Gesundheitsministerium, am Universitätsklinikum Essen offiziell überreicht. „Wir freuen uns über diese erneute Initiative und unterstützen die Stiftung Universitätsmedizin Essen darin, denn unser Verband setzt sich als Dachorganisation der Elternselbsthilfegruppen in Deutschland selbst intensiv für die Verbesserung der Versorgung Frühgeborener und ihrer Familien ein. Gerade die psychosoziale Elternbetreuung steht mit an vorderster Stelle unserer Bemühungen und politischen Forderungen“, ergänzt Hans-Jürgen Wirthl, Vorsitzender des Bundesverbandes „Das frühgeborene Kind“ e.V., der ebenfalls an dem Termin teilnahm.

 

Interessenten können die Arbeit der Essener Experten für Kinderheilkunde auch abseits der aktuellen Stimmensammlung durch eine Spende an die Stiftung Universitätsmedizin Essen (Stichwort „Frühstart") ganz aktiv unterstützen. In der Abteilung für Neonatologie am Universitätsklinikum Essen werden jedes Jahr über 700 Früh- und Neugeborene behandelt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Verbesserung der geistigen Entwicklung und der Lebensqualität dieser Kinder. Dies geht nicht ohne spezielle ärztliche und pflegerische Maßnahmen sowie innovative Forschung auf diesem Gebiet. „Wenn ein Kind viel zu früh die schützende Gebärmutter verlässt, entspricht die neue Welt in keiner Weise mehr seiner bisherigen Umgebung, die optimal auf das Baby und seine Bedürfnisse abgestimmt war. Mit entwicklungsfördernder und sanfter Pflege versuchen wir, trotz aller mitunter notwendigen Gerätetechnik den Bedürfnissen des Frühgeborenen gerecht zu werden“, so Prof. Dr. Ursula Felderhoff-Müser. Familien seien oft nur unzureichend auf eine zu frühe Geburt oder auf die schwere Erkrankung des Babys vorbereitet und extremen emotionalen Belastungen ausgesetzt. Ihnen steht das Universitätsklinikum Essen mit einer umfassenden Beratung und Begleitung zur Seite. Die Elternberatung „Frühstart“ und der „Bunte Kreis“ am Universitätsklinikum Essen beraten Eltern bereits vor der Geburt, begleiten sie bis zur Entlassung des Kindes und in den ersten Wochen danach.

 

Prof. Dr. Ursula Felderhoff-Müser ist Mitglied des Scientific Advisory Boards der in München ansässigen Stiftung für Früh- und Neugeborene mit Erkrankungen, der EFCNI – European Foundation for the Care of Newborn Infants. Die EFCNI sammelt unter dem Motto „Ene, meine, mini“ aktuell ebenfalls Stimmen für Frühgeborene. Internet-Nutzer, die unter www.ene-mene-mini.eu ihre Stimme abgeben, unterstützen damit einen Aktionsaufruf für eine verbesserte Frühchenversorgung, der am 23. November im EU-Parlament eingebracht wird.