Drucken - Print
19.02.2008
Get your desinfection

Die Medien haben bereits Alarm geschlagen: Bundesweit leiden zwischen drei und fünf Prozent aller im Krankenhaus behandelten Patienten unter einer bakteriellen Infektion. Auf den Intensivstationen liegt der Anteil sogar bei über 15 Prozent. Bundesweit sind das jährlich zwischen 500.000 und einer Million Patienten. Das Universitätsklinikum Essen und das Alfried Krupp Krankenhaus starten daher eine Kampagne zur Verbesserung der Händehygiene. An der Aktion sind außerdem federführend beteiligt in Essen die Rheinischen Kliniken, in Bochum die Berufsgenossenschaftliche Klinik Bergmannsheil, das  St. Josef- und das St. Elisabeth-Hospital, in Duisburg das  Katholische Klinikum Duisburg. Außerdem ist die Berufsfeuerwehr Essen ein wichtiger Partner.

 

Ab dem 20. Februar heißt es zum Auftakt: Get your disinfection. ?Viele Infektionen werden über die Hände des Pflegepersonals und der Ärzte übertragen. Mit der Kampagne möchten wir bei ihnen das Bewusstsein schärfen und insbesondere die Händehygiene verbessern?, erläutert Prof. Walter Popp, Leiter der Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Essen. In den nächsten Jahren ist er sich sicher, werden Aufkommen und Schwere von Krankenhausinfektionen in Deutschland weiter zunehmen. Ursachen dafür seien die steigende Intensität der Diagnostik, immer mehr ältere und damit kränkere Patienten sowie die Zunahme multiresistenter Keime und Viren. ?Eine häufige und gewissenhafte Händedesinfektion kann viele Infektionen verhindern. Sie ist darüber hinaus kaum zeitaufwendig?, so Popp.

 

Im Mittelpunkt der Kampagne stehen die Aufklärung und Motivation der Mitarbeiter mittels Flyer, Rundmails, Plakaten, Fortbildungsveranstaltungen oder Tagen der Händehygiene. Gleichzeitig werden die erreichten Ergebnisse auch regelmäßig gemessen, so beispielsweise durch die Menge der verbrauchten Desinfektionsmittel. ?Jedes teilnehmende Krankenhaus wird über die geeigneten Mittel und Ergebnismessungen selbst entscheiden?, so Popp. Etwa zweimal im Jahr trifft er sich mit den in der Kampagne kooperierenden Häusern und Institutionen, um Erfahrungen und Ergebnisse austauschen.

 

Dass Mitarbeiter im Krankenhaus in Sachen Sauberkeit und Hygiene motiviert sind, weiß Popp als Leiter der Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Essen aus eigenen Erfahrungen. Vor Jahren schon hat er so genannte ?Hygienebeauftragte? eingeführt, die entsprechend geschult werden. Von ?hygienischen Basis-Kräften? arbeiten allein 100 in der Pflege in Stationen und Funktionsbereichen und weitere 20 sind als Mediziner tätig. Viele Hinweise auf eventuelle hygienische Probleme sind seither von den Hygienebeauftragten an die Krankenhaushygiene herangetragen und gelöst. Auch die Umsetzung der Vorgaben der Krankenhaushygiene auf Stationsebene funktioniert, da sich die Hygienebeauftragten dafür verantwortlich fühlen. Daher werden diese auch wichtige Aufgaben in der anstehenden Kampagne übernehmen.

 

Die Auftakt-Veranstaltung am Mittwoch, 20. Februar 2008, ab 10 Uhr, OZ II, behandelt alle Fragen rund um die Hände. Selbst ?Show-Elemente? sind eingebaut, so ein Magier, der mit seinen Händen zaubert, und eine Handleser, der den Besuchern die Zukunft voraussagt.

Nähere Informationen:

Prof. Dr. Walter Popp, Leiter Krankenhaushygiene, Tel.: (0201) 723?4577, walter.popp@uk-essen.de;