
Das Brustschmerzzentrum - „Chest Pain Unit“- am Universitätsklinikum Essen ist seit 2008 zertifiziert. Neben Essen zertifizierte die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V. nur vier weitere deutsche Kliniken - in Heidelberg, Mainz, Mannheim und Neuss. Alle Brustschmerzzentren in Deutschland werden zukünftig solche Zertifizierungsprozesse durchlaufen müssen, um bei der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie und in der Folge auch bei den Kostenträgern anerkannt zu werden.



Mit dem ersten Brustschmerzzentrum in Deutschland setzte das Westdeutsche Herzzentrum des UK Essen im Sommer 2007 neue Maßstäbe für die Patientenbetreuung und die frühzeitige Erkennung von Herzinfarkten. Jetzt konnte das Brustschmerzzentrum seine Vorreiterfunktion ausweiten: als erste internationale Einrichtung außerhalb der USA wurde es von der patientenorientierten, unabhängigen „Society of Chest Pain Centers“ (SCPC) offiziell akkreditiert. Prof. Raimund Erbel, Leiter der Kardiologie am UK Essen, freut sich: „Wir sind noch vor Brustschmerzzentren in anderen europäischen Ländern und vor Asien und Südamerika von der SCPC akkreditiert worden. Damit sind wir wieder einmal Schrittmacher in diesem Bereich, denn der Trend geht hin zu den international anerkannten Zertifizierungen von Qualitätsstandards.“ Bereits im vergangenen Jahr war das Brustschmerzzentrum von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie nach bundesweit gültigen Kriterien zertifiziert worden.
Am Westdeutschen Herzzentrum in Essen steht rund um die Uhr und sieben Tage in der Woche ein qualifiziertes Team zur Verfügung. Um für den vom Brustschmerz betroffenen Patienten optimale Therapiekonzepte auszuwählen, nutzen sie Krankengeschichte, diagnostische Befunde, EKG-Zeichnungen und analysieren Biomarker zur Risikostratifizierung. Dabei bietet ihnen das vor fünf Jahren errichtete hochmoderne Westdeutsche Herzzentrum Essen optimale räumliche und strukturelle Räumlichkeiten. Hochwertige technische Geräte ermöglichen dort qualifizierte Diagnostik mit Hilfe von Belastungs-EKG, Ultraschall des Herzens und/ oder Magnet-Resonanz-Tomographie, Computer-Tomographie und Szintigraphie. Zudem stehen hochmoderne Herzkatheterlabore und Überwachungsplätze in unmittelbarer Nähe bereit. So können Ursachen für unklare Brustschmerzen wie Durchblutungsstörungen des Herzens, eine Herzmuskelentzündung nach einer Grippe oder Erkrankungen der Hauptschlagader und der Lunge aufgedeckt und behandelt werden. Damit ein möglicher akuter Infarkt nicht tödlich endet, gibt es nun eine Anlaufstelle, die mit höchstmöglicher Sicherheit für den Patienten sorgt und eine akute Gefährdung versucht auszuschließen. Die Chest Pain Unit am Universitätsklinikum Essen ergänzt das bereits bestehende Angebot des Herzinfarktverbundes. Essen hat in diesem Sinne mit der Einrichtung des ersten zertifizierten Brustschmerzzentrums (CPU) in Deutschland wieder einmal Schrittmacherdienste geleistet.