Um Eltern zu früh geborener Kinder über die Risiken des plötzlichen Kindstods zu informieren, führt die Kinderklinik I am Universitätsklinikum Essen gemeinsam mit der Uni Münster eine Aufklärungs-Kampagne durch. Eltern von Kindern, die als Frühchen am Universitätsklinikum Essen geboren wurden, erhalten bei Entlassung und auf Wunsch auch drei Monate später noch einmal spezielle Schlafsäcke für ihre Kleinen. Im Gegenzug nehmen sie an einer begleitenden Studie teil.Dass die Kinderklinik I am Essener Universitätsklinikum die Sicherheit ihrer ehemaligen Patienten groß schreibt, ist nichts Neues. So erhält jeder der Kleinen bei der Entlassung nach Hause einen speziellen Säuglings-Schlafsack, der eine sichere Schlafumgebung gewährleistet. Eltern, die an einer Studie der Universität Münster teilnehmen, können diesen Schlafsack nun nach drei Monaten am Universitätsklinikum Essen gegen ein größeres Exemplar eintauschen. „So möchten wir die Notwendigkeit unterstreichen, Kinder zur Prävention des plötzlichen Kindstod mindestens im ersten Lebensjahr in einem Schlafsack schlafen zu lassen“, erklärt Prof. Dr. med. Ursula Felderhoff-Müser, Direktorin der Kinderklinik I. Zwar sind die Ursachen des plötzlichen Kindstod bis heute nicht abschließend erforscht, als ein klarer Risiko-Faktor gilt aber die Schlafumgebung der Säuglinge. Schlafsäcke können helfen, vorzubeugen, denn Babys können diese nicht über das Gesicht ziehen und so die Atemwege blockieren. Zudem sorgen sie für ein gleich bleibendes Wärmeniveau und verhindern Überhitzung. Beide Faktoren gelten als mögliche Ursachen für den plötzlichen Kindstod. „Die Verwendung spezieller Schlafsäcke sollte aber nur eine von mehreren Maßnahmen sein. Eltern sollten sicherstellen, dass ihre Kinder in rauchfreien, nicht zu warmen Räumen, ohne Tücher und Kuscheltiere in Kopfnähe und vor allem auf dem Rücken schlafen“, erklärt Prof. Dr. med. Ursula Felderhoff-Müser. Neben der Aufklärung der Eltern erhoffen sich die durchführenden Partner übergreifende Erkenntnisse über das Schlafverhalten zu früh geborener Babys und den Umgang der Eltern mit den Kleinen. Gestiftet wurden die Schlafsäcke der Marke pipapo vom Lions Club Essen Sententia. Die Kampagne gegen den plötzlichen Kindstod ist Teil der Spenden finanzierten Elternberatung „Frühstart“ an der Essener Kinderklinik. Als Teil der sozialmedizinischen Nachsorgeeinrichtung „Bunter Kreis“ des Universitätsklinikums Essen beginnt die Frühstart-Beratung mit der Entlassung und unterstützt Eltern der kranken Neugeborenen oder Frühgeborenen im Übergang und in den ersten Wochen zu Hause. Insgesamt konnten im Rahmen der Elternberatung „Frühstart“ in den letzten vier Jahren 330 Familien unterstützt werden. Aber auch vor der Geburt finden Eltern bei „Frühstart“ offene Ohren und werden auf ein möglicherweise früh- oder krank-geborenes Kind und den damit verbundenen Aufenthalt auf der Intensivstation vorbereitet. Hintergrund:
Als Krankenhaus der Maximalversorgung ist das Universitätsklinikum Essen heute „das Klinikum der Metropole Ruhr“ und verfügt über 27 hochmoderne Kliniken und 1.291 Betten, 20 Institute in rund 70 Gebäuden. Mit seinen mehr als 5.300 Mitarbeitern behandelte das Universitätsklinikum Essen im vergangenen Jahr 47.823 Patienten stationär und 156.275 Patienten ambulant. Neben den übergreifenden Forschungsgebieten Genetische Medizin sowie Immunologie und Infektiologie konzentriert sich das UK Essen seit Jahren erfolgreich auf drei Schwerpunkte: Herz-Kreislauf, Onkologie und Transplantation. Mit dem Herzzentrum in Essen-Huttrop hat des UK Essen seine Kapazitäten in der Herzchirurgie deutlich erweitert. Mit dem Zentrum für Terminale Herz- und Lungenkrankheiten und der Ruhrlandklinik existiert zudem eine Anlaufstelle für schwerstkranke Patienten, die in anderen Krankenhäusern oft nicht mehr behandelt werden können. www.uk-essen.de
Der erste und bisher einzige Damen Lions-Club Essen Sententia gründete sich unter der Patenschaft des Lions-Club Essen Baldeney im Jahr 2000. Seit der Gründung unterstützen die 28 Damen des Lions-Club Essen Sententia Schulprojekte im Bergmannsfeld in Essen, unterschiedliche Selbsthilfegruppen, Aktionen der Sportjugend Essen, die Folkwang-Musikschule, das Aphasiker-Zentrum der Stadt Essen sowie weitere Einzelprojekte. Zur Finanzierung dieser Projekte und Einrichtungen finden regelmäßig unter anderem Konzerte, Kunstveranstaltungen und Kabarett-Abende statt. Mit Tatkraft widmen sich die Damen des Lions-Club Sententia dem Gemeinwohl und bringen im Sinne des Lionsgedankens Dinge in Bewegung, um hilfsbedürftige Mitmenschen zu unterstützen. |
24.05.2012
Universitätsklinikum Essen und Uni Münster starten Kampagne gegen plötzlichen Kindstod



