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(Essen, 21. Juni 2012) Eine internationale klinische Studie, koordiniert von der Klinik für Dermatologie am Universitätsklinikum Essen, weist Wirkung eines neuen Medikaments zur Behandlung von metastasiertem schwarzem Hautkrebs nach. Die Blockade des MEK-abhängigen Signalwegs führt zu eindeutiger Prognoseverbesserung im Vergleich zur herkömmlichen Chemotherapie.
Ein erstes Medikament, das diese Erkenntnisse umsetzt, ist unter dem Namen Trametinib inzwischen auch in Deutschland zugelassen. Während des diesjährigen amerikanischen Onkologenkongresses (ASCO) im Juni in Chicago wurden Studienergebnisse mit Trametinib beim metastasierten Melanom vorgestellt. Das Medikament ist der erste sogenannte MEK-Inhibitor, bei dem ein klarer klinischer Wirkungsnachweis im Rahmen einer internationalen klinischen Studie gelang, die von Essen aus durch Prof. Dr. Dirk Schadendorf, Direktor der Klinik für Dermatologie am Universitätsklinikum Essen, geleitet wurde. In der Gruppe der 322 Patienten mit BRAF-mutiertem Melanom zeigten Patienten mit Trametinib-Behandlung im Vergleich zu Chemotherapie-behandelten Melanom-Patienten eine deutliche Verlängerung des Progression-freien Intervalls als auch des Gesamtüberlebens.
Der MEK-Inhibitor reduziert das Risiko einer Tumorprogression, also seiner Weiterentwicklung, als auch das des Versterbens um ca. 50 Prozent im Vergleich zu einer Standard-Chemotherapie. Patienten gewinnen so wertvolle Zeit, in welcher ihre Beschwerden zumindest zunächst nicht signifikant zunehmen: Das progressionsfreie Überleben stieg um drei Monate von 1,5 Monaten auf 4,8 Monate im Median (P<0.001). Nach sechs Monaten waren 81 Prozent der Trametinib-Behandelten im Vergleich zu 67 Prozent der Chemotherapie-Patienten noch am Leben, obwohl letztendlich nahezu 50 Prozent dieser Patienten nach Tumorprogression auch noch den MEK-Inhibitor als „Cross-over“ erhielten (P=0.0136).
„Trametinib ist damit das dritte Medikament, dem es nach 30 Jahren Therapiestillstands in Bezug auf das fortgeschrittene Melanom gelingt, eine signifikanten klinischen Vorteil im Sinne der Patienten zu zeigen“, erklärt Professor Dr. Dirk Schadendorf, der auch über das neue Medikament im renommierten im New England Journal of Medicine publiziert hat. Auch andere US-amerikanische Medien wie die New York Times, Boston Globe und das Wallstreet Journal haben bereits über die neue Therapie berichtet.
Derzeit haben klinische Studien unter anderem auch am Universitätsklinikum Essen begonnen, welche die Kombination eines selektiven BRAF-Inhibitors mit Trametinib im Vergleich zum selektiven BRAF-Inhibitor alleine prüfen. Erste Ergebnisse aus Phase I/II-Daten deuten auf eine Verdopplung des Progressions-freien Intervalls und eine weitere Verlängerung der Überlebenszeit hin. Hintergrund:
Als Krankenhaus der Maximalversorgung ist das Universitätsklinikum Essen heute „das Klinikum der Metropole Ruhr“ und verfügt über 27 hochmoderne Kliniken und 1.291 Betten, 20 Institute in rund 70 Gebäuden. Mit seinen mehr als 5.300 Mitarbeitern behandelte das Universitätsklinikum Essen im vergangenen Jahr 47.823 Patienten stationär und 156.275 Patienten ambulant. Neben den übergreifenden Forschungsgebieten Genetische Medizin sowie Immunologie und Infektiologie konzentriert sich das UK Essen seit Jahren erfolgreich auf drei Schwerpunkte: Herz-Kreislauf, Onkologie und Transplantation. Mit dem Herzzentrum in Essen-Huttrop hat des UK Essen seine Kapazitäten in der Herzchirurgie deutlich erweitert. Mit dem Zentrum für Terminale Herz- und Lungenkrankheiten und der Ruhrlandklinik existiert zudem eine Anlaufstelle für schwerstkranke Patienten, die in anderen Krankenhäusern oft nicht mehr behandelt werden können www.uk-essen.de.
Sausville EA (Editorial). Promises from Trametinib in RAF Active Tumors. NEJM online first 10.1056/NEJMe1205654 Flaherty KT, Robert C, Hersey P, Nathan, Garbe C, Milhem M, Demidov LV, Hassel JC, Rutkowski P, Mohr P, Dummer R, Trefzer U, Larkin JMG, Utikal J, Dreno B, M, Middleton MR, Becker JC, Casey M, Sherman LJ, Wu FS, Ouellet D, Martin AM, Patel K, and Schadendorf D, for the METRIC Study Group. Improved Survival with MEK Inhibition in BRAF-Mutated Melanoma. NEJM online first 10.1056/NEJMoa1203421 |
21.06.2012
Neuer Therapieansatz bei schwarzem Hautkrebs





