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23.02.2016
Liposarkome: Neue Hoffnung aus dem Meer

Essen, 23.02.2016 – Haben Liposarkome bereits gestreut, sinkt die Lebenserwartung rapide: Bislang gibt es nur wenige zugelassene Behandlungsmöglichkeiten für diese bösartigen Tumoren des Fettgewebes. Eine neue Hoffnung verbindet sich mit dem seit längerem bekannten Wirkstoff Eribulin, dass ursprünglich in einem pazifischen Meeresschwamm entdeckt wurde. Dies berichtet jetzt die Fachzeitschrift „The Lancet“ anhand einer neuen Therapie-Studie, an der auch Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) am Universitätsklinikum (UK) Essen beteiligt sind.

 

In der großen internationalen E309-Studie wurde die Standardtherapie (mit Dacarbazin) mit der Gabe von Eribulin verglichen. Dabei stellte sich heraus, dass bereits vorbehandelte Patienten im Schnitt doppelt so lange überlebten. „Dies ist ein bemerkenswerter Erfolg für ein ‚klassisches‘ Antikrebsmittel. Die Studie unterstreicht zudem, welchen Reichtum die Natur an medizinisch wertvollen Substanzen bereithält“, erklärt Prof. Dr. Sebastian Bauer, lokaler Studienleiter am Sarkomzentrum des Westdeutschen Tumorzentrums (WTZ) am UK Essen, und einer der Co-Autoren der Studie. Das Medikament wurde gerade in den USA zugelassen und wird demnächst auch in Europa verfügbar sein.

 

Bei der weltweit durchgeführten Studie unter belgischer Leitung gehörte das Sarkomzentrum des WTZ in Essen zu den Zentren, in denen die meisten Patienten zur Teilnahme motiviert werden konnten. Prof. Dr. Sebastian Bauer: „Wir sind froh, dass unsere Patienten das Medikament schon vor drei Jahren erhalten konnten. Dennoch gilt ihnen unser ausdrücklicher Dank. Durch ihre Studienteilnahme haben sie maßgeblich dazu beigetragen, dass anderen Betroffenen künftig eine zusätzliche Behandlungsoption zur Verfügung steht.“ Als eine der größten bundesweiten Schwerpunkteinrichtungen behandelt das Sarkomzentrum des WTZ am UK Essen jährlich mehr als 250 neu erkrankte Patienten.

 

„In den letzten Jahren ist es uns mehrfach gelungen, am WTZ eine Vielzahl innovativer Medikamente bereits für die frühe klinische Testung anbieten zu können. Für viele unserer schwer kranken Patienten ist dies eine große, manchmal die einzige Chance, vor Zulassung innovative Behandlungsmöglichkeiten wahrnehmen zu können“, erläutert Prof. Bauer.

 

Zur Publikation (online first):

Christine Harrell

Leiterin Kommunikation & Öffentlichkeitsarbeit

des Dekanats der Medizinischen Fakultät

der Universität Duisburg-Essen

Tel.: +49 201 723 1615

 

Burkhard Büscher

Pressesprecher

Stabsstelle Marketing und Kommunikation

Universitätsklinikum Essen

Tel.: 0201/723-2115