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31.05.2013
Patientenbehandlung gestartet

WPE am Universitätsklinikum Essen

Erster Patient am WPE in Behandlung

 

(Essen 31. Mai 2013) Am Westdeutschen Protonentherapiezentrum Essen (WPE) befindet sich nun der erste Patient in Behandlung. Verbunden damit ist die Inbetriebnahme des ersten von insgesamt vier Behandlungsplätzen zur Krebstherapie mit Protonen am WPE. Die weiteren drei Behandlungsplätze sollen nach und nach in Betrieb genommen werden. Anfang der Woche hatte der Aufsichtsrat am Universitätsklinikum Essen grünes Licht für das WPE gegeben.

 

„Auf diese positive Botschaft haben wir lange gewartet. Ich freue mich für das Team des WPE, für das Universitätsklinikum Essen und vor allem natürlich für unsere Patientinnen und Patienten, die zukünftig von einer Behandlung mittels Protonentherapie bei uns in Essen profitieren werden“, erklärt Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel, Ärztlicher Direktor und Vorsitzender des Vorstands am Universitätsklinikum Essen.

 

Die Behandlung des ersten Patienten ist gut gestartet. „Wir haben einen sehr glücklichen Patienten und ein fast noch glücklicheres Team gesehen“, berichtet PD Dr. med. Beate Timmermann, die in den vergangenen Jahren maßgeblich am Aufbau des WPE mitgewirkt hat. Beate Timmermann verfügt über langjährige Erfahrung in der angewandten Protonentherapie am Paul Scherrer Institut (PSI) in der Schweiz. Sie hat den Ruf auf die neu für das WPE eingerichtete W3-Professur für Partikeltherapie an die Universität Duisburg-Essen vor kurzem angenommen. Darüber hinaus ist sie Vorsitzende der deutschen Experten Arbeitsgemeinschaft für die Strahlentherapie von Kindern und leitet das Beratungszentrum für Partikeltherapie der deutschen Gesellschaft für pädiatrische Onkologie.

 

Die wissenschaftliche Weiterentwicklung und Bewertung der Protonentherapie ist eine der zentralen Aufgaben des WPE. Seine Anbindung an das Universitätsklinikum Essen und das Westdeutsche Tumorzentrum Essen (WTZ), Deutschlands größtes Tumorzentrum, macht dies möglich. Spezialisten verschiedener Disziplinen arbeiten bei der Behandlung an Krebs erkrankter Patienten eng zusammen. Die Onkologie bildet einen Schwerpunkt in Klinik, Forschung und Lehre am Universitätsklinikum Essen. Das WTZ wurde vor wenigen Tagen durch die Deutschen Krebshilfe nach einer umfangreichen Begutachtung durch ein internationales Expertenteam erneut als Onkologisches Spitzenzentrum ausgezeichnet.

 

Am WPE soll in Zukunft die Anwendung der Protonentherapie für ein besonders breites Indikationsspektrum ermöglicht werden. In drei der insgesamt vier Behandlungsräume kann die Strahlführung um den Patienten gedreht werden, so dass die jeweils individuell günstigste Einstrahlrichtung gewählt werden kann. Der vierte Behandlungsraum wird mit einer horizontalen Strahlführung und einem Augentherapieplatz ausgerüstet. Durch die Ausstattung mit allen möglichen technischen Anwendungsformen der Protonentherapie und modernster Bildführung besitzt das WPE ein Alleinstellungsmerkmal in Deutschland.